Interview mit Mark Reeder

Transitstrecke, Eiserner Vorhang, Kalter Krieg, Zonengrenze, amerikanischer Sektor, Mauer – 1980 war West-Berlin mitten in Europa und doch ganz weit weg vom Rest der Welt. Hier sammelten sich Wehrdienstverweigerer, Hausbesetzer, Punks, Musiker und alle, die eine kostengünstige, wenn auch leicht morbide Existenz dem spießigen Leben im Rest der Republik vorzogen. Und außerdem gab es hier noch einen Engländer: Mark Reeder.

Mark Reeder Berlinale_2

Mark Reeder vor Mauerkunst von Thierry Noir am Potsdamer Platz nach unserem Interview am 10. Februar 2015 bei der Berlinale.

Für das britische Fernsehen zog er mit einem Kamerateam durch die Mauerstadt und filmte alles was irgendwie Lärm machte. Vom Punk und New Wave der Tödlichen Doris, über Malaria! und die Einstürzenden Neubauten bis zum australischen Wahlberliner Nick Cave und seinen Bad Seeds dokumentierte er die musikalische Avantgarde der Stadt. Dazu kamen die neue deutsche Welle von Ideal und Nena, der Pop-Punk der Ärzte und der Toten Hosen, sowie später die neu entstehende Technoszene mit Westbam und Dr. Motte.

B Movie_small

Aus Reeders TV-Aufnahmen, zusätzlichem Material und neu inszenierten Szenen montierten die drei Regisseure Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck und Heiko Lange das spannende Porträt einer Stadt im Wandel: „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979 – 1989″.

Mark Reeder

Das folgende Gespräch mit Mark Reeder habe ich am 10. Februar 2015 bei der Berlinale mit ihm geführt. Zwei Tage nach der Weltpremiere des Films „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979 – 1989“ im Kino International, dem ehemaligen Vorzeigekino der DDR in der Karl-Marx-Allee in Ost-Berlin.

(Radiointerview mit Mark Reeder – Teil 1)

B-Movie

Volles Haus bei der Weltpremiere von B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin im Kino International bei der Berlinale – Berlin International Film Festival am 8. Februar 2015. Mit dabei sind Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck & Heiko Lange (Regie), Mark Reeder, Westbam, Gudrun Gut (Malaria!), N.U. Unruh & Mark Chung (Neubauten), Andi & Campino ( Die Toten Hosen) und der einzig wahre Heino Norbert Hähnel. 

Im zweiten Teil geht es um sein Plattenlabel MFS, die Zusammenarbeit mit Regisseur Jörg Buttgereit und seine aktuellen Arbeit im Bereich der 5.1-Remixe.

(Radiointerview mit Mark Reeder – Teil 2 )

Der Film „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979 – 1989“ ist bereits erfolgreich in den Programmkinos gelaufen und wurde auch bereits vom Fernsehsender Arte ausgestrahlt. Bei Edel: Motion ist der Film Anfang Oktober in verschiedenen Versionen für das Heimkino herausgekommen.

Das ganze Gespräch gab es auch als einstündige Radiosendung mit folgenden Songs.

Playlist soundundvision_spezial Mark Reeder 11.11.2015 (20h – 21h)

Westbam Feat. Richard Butler – You Need The Drugs
Mark Reeder – Lever Street
Joy Division – Komakino
Shark Vegas – Love Habit
Mark Reeder – Tauentzienstraße
John Foxx – Underpass (Mark Reeder’s Dark, Long & Sinister Remix)
Westbam – You Need The Dub (Instrumental)

Alle Stücke sind von dem Soundtrack zu B-Movie, der unter dem Titel „B-Music“ bei Edel:Motion Film erschienen ist. Nur der Remix von John Foxx ist von Mark Reeders Album „Five Point One“ (via Kennen Medien), welches ich auch nur sehr, sehr dringend empfehlen kann.

 

 

Interview mit Philippe Mora II – Return to Oldenburg

Ballett tanzende Werwölfe, betrunkene Superhelden und bärtige Outlaws bevölkern den filmischen Kosmos des australischen Regisseurs Philippe Mora. Aber neben diesen wilden Figuren aus seinen Horrorfilmen und anderen Genreklassikern treibt den 1949 in Paris zur Welt gekommenen Maler, Comiczeichner und Filmemacher auch die eigene Familiengeschichte immer wieder zur teils sehr persönlichen filmischen Auseinandersetzung mit der Zeit des zweiten Weltkriegs und den Verbrechen der Nationalsozialisten. Sein Vater Georges kämpfte im französischen Widerstand, während seine Mutter Mirka nur knapp der Deportation ins Konzentrationslager Auschwitz entging. Mit diesem Thema beschäftigt Philippe Mora sich nach „Swastika“ (1973) und „German Sons“ (2014) nun zum dritten Mal in seinem neuen filmischen Essay „Three Days In Auschwitz“. Zur Deutschlandpremiere beim 22. Internationalen Filmfest kehrte er nach Oldenburg zurück und stellt seinen neuen Film zunächst mit eigenen Worten vor.

(Interview with Philippe Mora recorded September 20, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Neben Festivalleiter Torsten Neumann war auch der Musiker Harald Großkopf mit dabei, mit dem Mora bereits bei „German Sons“ eng zusammengearbeitet hat. Für „Three Days In Auschwitz“ hat er diesmal einige Sequenzen als Kameramann gedreht.

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Harald Großkopf, Philippe Mora und Festivalleiter Torsten Neumann im Cine K Oldenburg am 20. September 2015.

Die Musik für „Three Days In Auschwitz“ hat  Eric Clapton komponiert. Mit dem britischen Gitarristen teilte  Mora sich bereits in den sechziger Jahren in London eine Wohnung und später steuerte Clapton auch den Soundtrack zum Film „Communion – Die Besucher“ (1989) bei. Nach seinem Besuch beim Filmfest in Oldenburg reiste Mora nach Berlin weiter. Dort drehte er gemeinsam mit Regisseur Trevor Graham einige Szenen für „Monsieur Mayonnaise“, einen Film über die Freundschaft zwischen seinem Vater und dem französischen Pantomimen Marcel Marceau und ihre gemeinsame Zeit im französischen Widerstand.

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Ein Geschenk für Philippe nach der Deutschlandpremiere von „Three Days In Auschwitz“.

Seit der Retrospektive beim 21. Internationalen Filmfest Oldenburg 2014 hat sich für Mora einiges getan. „Howling II“ wurde in Amerika in einer restaurierten Fassung von Scream Factory auf Blu-ray wiederveröffentlicht und auch „Howling III – The Marsupials“ ist momentan in restaurierter Fassung auf internationalen Festivals zu sehen. Bei soviel Zuspruch folgt dann 2016 auch fast schon zwangsläufig die Rückkehr ins Werwolf-Genre mit dem neuen Film „The Growling“ .

Philippe Mora Harald Großkopf September 2015

Harald Großkopf und Philippe Mora beim 22. Intenationalen Filmfest Oldenburg 2015.

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Trailer zu „Three Days In Auschwitz“ mit der Musik von Eric Clapton.

Restaurierter Ausschnitt „Howling III – The Marsupials“ für das Adelaide Filmfestival 2015.

Teaser -Trailer für die  Crowdfunding-Kampagne zu „The Growling“.

Playlist soundundvision_16 – 02.11.2015

Eivør – Silvitni
Eivør – Røttu Skógvarnir
Beach House – All Your Yeahs
Beach House – The Traveller
Laurie Anderson – Birth Of Lola
Laurie Anderson – The Cloud
Jean-Michel Jarre & Tangerine Dream – Band – Zero Gravity
Jean-Michel Jarre & John Carpenter – A Question Of Blood
Director John Carpenter – Vortex (Uniform Remix)
John Carpenter – Abyss (JG Thirlwell Remix)
CALIBRO 35 – Violent Venus
Calibro 35 – S.P.A.C.E.
Josefin Öhrn + The Liberation – Sanity
Josefin Öhrn + The Liberation – Dunes
MASERATI– End Of Man
Maserati – No Cave
Halma – Deep White
Halma – Dirt Devils
We Stood Like Kings – Icebreaker Lenin
We Stood Like Kings – Downfall
Bernd Kistenmacher – Quitting Time
MY DISCO – Successive Pleasure
My Disco – Named
Anna von Hausswolff – Evocation
Anna Von Hausswolff – Pomperipossa
Leslie Winer / Carl Michael von Hausswolff – Can I Take Your Order
Kamasi Washington – The Magnificent 7