Playlist soundundvision_31 – 29.09.2016

DARKHER – Hollow Veil
Darkher – Moths
SubRosa – Troubled Cells
Subrosa – Killing Rapture
Russian Circles – Vorel
Russian Circles – Mota
Mammoth Weed Wizard Bastard – Testudo
Mammoth Weed Wizard Bastard – Y Proffwyd Dwyll
If These Trees Could Talk – The Giving Tree
If These Trees Could Talk – Earth Crawler
Lost in Kiev – Insomnia
Lost In Kiev – Nuit Noire
Preoccupations – Anxiety
Preoccupations – Degraded
Moddi – Army Dreamers
Moddi – Punk Prayer
Pascal Pinon – Babies
Pascal Pinon – Forest
Cavern of Anti-Matter – Blowing My Nose Under Close Observation
Cavern of Anti-Matter – Echolalia
Alex Puddu – The Swinger Generation
Alex Puddu – XXX Action
Death Grips – 80808
Death Grips – Bubbles Buried in This Jungle
Crystal Castles – Concrete
Crystal Castles – Frail
Mike & Rich – Vodka [Mix 2] (Aphex Twin / Planet Mu (OFFICIAL))
Mike & Rich – Jelly Fish [Mix 2]
Faith No More – As The Worm Turns – 2016 Mix
Faith No More – Mark Bowen – Original Demo

7 Tipps fürs Reeperbahnfestival

In diesem Jahr bin ich zum zweiten Mal beim Reeperbahnfestival mit dabei, das am Mittwoch startet. Vier Tage lang dreht sich in den Hamburger Clubs dann alles um Indiepop von Rock und Folk über elektronische Sounds bis hin zu Avantgarde und moderner Klassik. Vielleicht das abwechslungsreichste Musikfestival, das es in Deutschland gibt. Parallel dazu ist die Reeperbahn auch wieder alljährlicher Branchentreffpunkt von Journalisten, Plattenfirmen, Tourneeveranstaltern und Musikpromotern aus dem Independentbereich. Die nachfolgenden Konzerten stehen ganz oben auf meiner persönlichen Liste fürs diesjährige Festival.

1. Acid Arab

Das französische Kollektiv Acid Arab verbindet elektronische Sounds aus Techno und Trip-Hop mit traditioneller Musik aus Nordafrika. Die neue Platte nennen sie einfach und folgerichtig auch nur „Musik aus Frankreich“. Die Mischung aus europäischem Pop und moderner Musik aus Algerien oder Marokko ist in Paris seit rund 30 Jahren ein fester Bestandteil der Club- und Popkultur. Das mit vielen Gastmusikern produzierte neue Album ist eine Offenbarung in Sachen radikaler und zeitgemäßer Popmusik. „Musique de France“ vom Acid Arab erscheint am 17. Oktober auf Crammed Disc.

Donnerstag, 22.09. 20:00h MolotowSkyBar

2. Gold Panda

Der britische Produzent Gold Panda hat mit seinem dritten Album „Good Luck And Do Your Best“ seine vielleicht schönste und vor allem zugänglichste Platte vorgelegt. Breakbeat und Dubstep in seiner leichtesten und fast schon ambienten Variante. Melodiös, tanzbar und immer mit leichtem Hang zum Ohrwurm verbindet er Housebeats und flächige Synthis mit Elementen japanischer Musik. Der Plattentitel ist eine Redensart, die er von einem Japan-Trip mitgebracht hat, genau so wie viele der Samples und Sounds, die darauf zu hören sind. Erschienen ist das Album am 27. Mai bei City Slang.

Donnerstag, 22.09. 23:15h Übel & Gefährlich

3. Warhaus

Als Teil der belgischen Indierockband Balthazar hat Sänger und Gitarrist Maarten Devoldere schon an drei sehr bemerkenswerten Platten mitgewirkt und auch schon in Deutschland umjubelte Konzerte gespielt. Unter dem Namen Warhaus lässt er jetzt seiner schon bei Balthazar durchscheinenden Vorliebe für die großen düsteren Songschreiber der sechziger und siebziger Jahre freien Lauf. Große und kleine Geschichten von Liebe, Glaube und Verrat in der musikalischen Tradition von Lee Hazlewood, Leonard Cohen oder Serge Gainsbourg. Düsterer Chanson-Pop in elegant-zeitlosem musikalischen Design. „We Fucked A Flame Into Being“ von Warhaus ist am 2. September bei PIAS erschienen.

Freitag, 23.09. 19:30h Terrace Hill
Samstag, 24.09. 17:00h Molotow Backyard

4. July Talk

Das kanadische Quintett July Talk ist eine der sympathischsten Indierock-Neuentdeckungen der letzten Jahre. Einzigartig ist hier vor allem das Duett der Stimmen von Sängerin Leah Fay und Sänger Peter Dreimanis. Er abgrundtief und kratzig, sie glockenhell und aggressiv. Damit haben sie vom ersten Ton an einen hohen Wiedererkennungswert und das Duo macht vor allem live auch viel her. Die Musik bleibt so klassisch wie Indierock nur sein kann: treibend, gitarrenlastig und immer etwas freundlich-bedrohlich in der Tradition von Garbage oder auch ihren kanadischen Landsleuten von Metric. Das aktuelle, zweite Album „Touch“ ist am 9. September bei Vertigo / Universal erschienen.

Freitag, 23.09. 22:00h Kukuun
Samstag, 24.09. 0:00h Knust

5. Sven Helbig / Johannes Motschmann

Klassisch ausgebildete Komponisten, die ihrer Liebe zu Techno, Ambient und elektronischer Musik freien Lauf lassen, sind seit einigen Jahren ungemein erfolgreich und beliebt. Nils Frahm oder Federico Albanese sind die vielleicht populärsten Beispiele dieses Crossovers. Das Plattenlabel Neue Meister hat sich ganz diesen jungen „Klassikern“ verschrieben und präsentiert im Rahmen einer Labelnacht mit Sven Helbig aus Dresden und Johannes Motschmann aus Berlin zwei der interessantesten Musiker auf diesem Gebiet. Das Johannes Motschmann Trio hat bereits im Mai mit der Platte „Electric Fields“ eine Brücke von Klavierkompositionen in der Tradition von Erik Satie zu kosmischer Musik à la Tangerine Dream oder Jean-Michel Jarre geschlagen. Sven Helbig erforschte zunächst mit seinen „Pocket Symphonies“ die Möglichkeiten große symphonische Musik in kurze Popmusikeinheiten zu bringen. Mit seinem neuen Album „I Eat The Sun And Drink The Rain“ wendet er sich der Zusammenführung von Chormusik, Ambient und elektronischer Musik zu und schafft so wahrhaft „unerhörte“ Klangwelten (09. September Neue Meister). Außerdem gibt es an dem Abend noch eine Uraufführung des Bach-Projekts von Arash Safian und Sebastian Knauer „ÜberBach“ (erscheint ebenfalls am 09. September auf Neue Meister).

Freitag, 23.09. ab 19:30 resonanzraum

6. Wovenhand

Nach dem Ende von 16 Horsepower hat sich Sänger David Eugene Edwards komplett auf sein „Nebenprojekt“ Wovenhand verlegt. Mittlerweile gibt es diese Band schon seit sechzehn Jahren und damit länger als die Vorgängergruppe des Mannes aus Denver, Colorado. Mit dem neunten Studioalbum „Star Treatment“ überrascht Edwards mit rohem und ungestümen Country-Folkrock, der musikalisch einige seiner ruhigeren und elegischeren Platten der letzten Jahre weit hinter sich lässt. Düsterer Rock zwischen New Wave, Americana und Punk, den in dieser Form wohl nur Wovenhand spielen. Das Motto der Tour ist „Give Up Your Dead!“ und live könnte das tatsächlich eine ziemlich wüste und einschneidende Erfahrung werden. „Star Treatment“ ist am 09. September auf Glitterhouse erschienen.

Samstag, 24.09. 20:40h Gruenspan

7. Rival Consoles

Der britische Produzent und DJ Ryan Lee West veröffentlicht unter dem Namen Rival Consoles seit rund 10 Jahren einzigartige und innovative Musik zwischen Ambient, Techno und Elektropop. Mit seinem im letzten Jahr erschienen Album „Howl“ hat er so etwas wie den Höhepunkt seines bisherigen Schaffens vorgelegt. Jetzt ist mit der Mini-LP „Night Melody“ ein etwas verspielterer und leichterer Nachklapp erschienen. Zeitgemäße instrumentale Popmusik, die sich zum aktiven Zuhören genau so eignet, wie zum entspannten Tanzen. Live mit Sicherheit einer der elektronischen Höhepunkte des diesjährigen Reeperbahnfestivals. „Night Melody“ ist am 05.08. auf Erased Tapes erschienen.

Samstag, 24.09. 23:45h resonanzraum

Interview mit Joanna Cassidy

Die Rolle der Replikantin Zhora mit ihrer künstlichen Schlange gehört zu der Reihe unvergesslicher Figuren, die die Welt des Blade Runner in Ridley Scotts gleichnamigen Science-Fiction-Klassiker von 1983 bevölkern. US-Schauspielerin Joanna Cassidy steht damit Harrison Ford, Sean Young, Rutger Hauer und Daryl Hannah, die ebenfalls mit diesem Film zu Ikonen des SF-Kinos wurden, in nichts nach. Der Film gehörte zur Tribute-Reihe des 22. Internationalen Filmfests Oldenburg 2015, die ihr gewidmet war.

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Joanna Cassidy bei einer Autogrammstunde beim Filmfest Oldenburg 2015.

Cassidy begann ihre Karriere beim Fernsehen, wo sie in den siebziger Jahren in Erfolgsserien wie „Kobra, übernehmen Sie“, „Starsky und Hutch“ oder „3 Engel für Charlie“ zu sehen war.

Anfang der achtziger Jahre wechselte sie zum Film und drei ihrer Arbeiten aus dieser Zeit waren beim Festival zu sehen.

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Festivalleiter Torsten Neumann und Joanna Cassidy präsentieren „Under Fire“ im Cine k.

Neben dem schon erwähnten „Blade Runner“ wurde noch Roger Spottiswoodes Politthriller „Unter Feuer“ gezeigt, in dem sie 1983 an der Seite von Gene Hackmann und Nick Nolte zu sehen war. Als dritter Film der Ehrenreihe gab es dann noch die Trickfilm/Realfilm-Komödie „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ von Robert Zemeckis mit Bob Hoskins an ihrer Seite.

(Interview with Joanna Cassidy recorded September 19, 2015 in Oldenburg, Germany)

Neben dem Tribute wurde auch ihr neuster Film im regulären Festivalprogramm gezeigt. Der Thriller „Too Late“ mit John Hawkes in der Hauptrolle wurde von Regisseur Dennis Hauck auf 35mm-Filmmaterial gedreht. Er besteht aus 5 Sequenzen in der Länge einer Filmrolle (um 20 Minuten), die alle in einer durchgehenden Einstellung ohne Schnitt gedreht und nicht-chronologisch montiert worden sind.

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In den neunziger Jahre hat Cassidy in vielen Genrefilmen gespielt. Beispielsweise in Wes Cravens „Vampire in Brooklyn“ mit Eddie Murphy (1995) oder John Carpenters „Ghosts Of Mars“, der 2001 auch hier in Oldenburg beim Festival zu sehen war.

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Joanna Cassidys Stern auf dem Oldenburger „Walk Of Fame“.

In den letzten Jahren hat sie sich aber auch wieder verstärkt dem Fernsehen zugewendet. Für ihre Rolle in der Serie „Six Feet Under“ wurde sie für den Emmy und den Screen Actors Guild Award nominiert. Zuletzt war sie unter anderem in „Bones – Die Knochenjägerin“, „Desperate Housewives“ und „Body Of Proof“ zu sehen.

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Joanna Cassidy am 19. September 2015 im Altera Hotel, Oldenburg.

Playlist soundundvision_30 – 05.09.2016

Jessica Sligter– Surrounds, Surrounds Me
Jessica Sligter – The Dream-dealer
The Album Leaf – Glimmering Lights
The Album Leaf – Lost in the Fog
BirdPen – O‘ Mighty Vision
BirdPen – Dance To The End
Flamengo – Tyden v Elektrickem Meste
The CT Four Plus – Exodus II
Neil Young + Promise of the Real – Vampire Blues
Neil Young + Promise of the Real – Hippie Dream
Bader Motor – I Saw You
Bader Motor – Disappear in Amerika
Appaloosa – Bab & Dany
Appaloosa – Halle 9000
DOMO ARIGATO MR. ROBOTO – Treib Gut
Domo Arigato Mr. Roboto – Spaceman
Rolf Trostel – Test Tanz (via Bureau B)
Rolf Trostel – New Age Of Intelligence
Michael Bundt – Terrania (Electri City)
Michael Bundt – Full Steam Ahead
Mesk – Heyder (gudrun gut Vogelmix) (Heimatlieder aus Deutschland)
Heide – Ein kleines Wildvögelein (Gudrun Gut Vogelmix)
W W W I N G S – Melt (feat. Barla, Graves & Pope)
WWWINGS – Aethereal (feat. Chino Amobi)
Aphex Twin – CHEETAHT2 [Ld spectrum]
Darkstar – Deltaskelta