Interview mit Lüül

Der Berliner Sänger und Gitarrist Lutz Graf-Ulbrich – besser bekannt als Lüül – ist seit den 90er Jahren sowohl als Solokünstler, als auch als Teil des Kollektivs 17 Hippies bekannt. Mit Musik angefangen hat er aber schon viel früher, nämlich als Teenager Mitte der 60er Jahre. Als Gitarrist bei Agitation Free und Ash Ra Tempel (später Ashra) und später als Livegitarrist für die Sängerin Nico, reiste er in den 70er Jahren für Plattenaufnahmen und Konzerte um die ganze Welt.

Über die Zeit mit Nico, die 1988 auf Ibiza gestorbenen ist, hat er jetzt ein Buch mit sehr persönlichen Geschichten und seltenen Fotos herausgebracht. Es heisst „Nico – Im Schatten der Mondgöttin“ und Lüül war damit Anfang September auf Multimedia-Lesereise. Dabei hat er es unter anderem auch in Bremen und Oldenburg vorgestellt. Neben gelesenen Kapiteln gab es bei diesen Auftritten auch Musik von Lüül und Videoeinspielungen mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen eines Nico-Konzerts aus dem Jahr 1974 in Berlin, bei dem sie von Brian Eno und John Cale begleitet wurde.

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Einen Tag vor der Lesung im Café am Damm in Oldenburg habe ich Lüül zum Interview getroffen. Im ersten Teil geht es zunächst um seine Zeit bei Agitation Free und die Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Manuel Göttsching in dessen Band Ash Ra Tempel.

Der Film „Le Berceau de Cristal“ war bereits die vierte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Philippe Garrel und Nico. Die Filmmusik basierte zum Teil auf Liveaufnahmen von Manuel Göttsching und Lüül, der Göttsching zu der Zeit bei den Konzerten zu seiner ersten Soloplatte „Inventions For Electric Guitar“ begleitete. Weitere Stücke der Filmmusik haben sie später im Studio produziert.

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Zusammenarbeit und die späteren Tourneen mit Nico, die Ende der 70er Jahre versuchte in Amerika Fuß zu fassen.

Mit dem ersten eigenen Album „Lüül“ Anfang der 80er begann Lutz Ulbrichs „zweite Karriere“ als Solokünstler. Bei der Platte wurde er auch von alten Weggefährten, wie dem Produzenten und Keyboarder Christopher Franke (Agitation Free, Tangerine Dream) und dem Schlagzeuger Harald Grosskopf (Ashra) unterstützt. Außerdem singt Nico auf diesem Album das Lied „Reich der Träume“.

(Radiointerview mit Lüül Teil 1 – Teil 3, aufgenommen am 02. September 2016 im Hörfunkstudio von Oldenburg Eins)

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(Lesung von „Nico – Im Schatten der Mondgöttin“ am 02. September im Café am Damm in Oldenburg)

Noch kurz vor ihrem Tod 1988 ist Nico im Berliner Planetarium aufgetreten. Dieses Konzert hatte Lüül ebenfalls mitorganisiert. Als „Nico’s Last Concert: Fata Morgana“ ist dieser Auftritt 1994 auch als CD erschienen.

Das Buch „Nico – Im Schatten der Mondgöttin“ von Lüül gibt es gedruckt oder als Download bei Amazon.

In den letzten Wochen sind außerdem einige interessante und zum Interview passende Wiederveröffentlichungen erschienen.

Da wäre zunächst die Box „Agitation Free – Last, Fragments & Live ’74“ zu nennen, die am 28. Oktober bei MiG Music aus Hannover erschienen ist. Neben den letzten drei Platten der Band, in der zu dem Zeitpunkt neben Lüül auch der Keyboarder und spätere Filmmusik-Komponist Michael Hoenig spielte, gibt es auch noch eine DVD mit einem Reunion-Konzert, das 2013 im Berliner Kesselhaus gefilmt wurde.

Alle Platten von Ash Ra Tempel und Ashra sind mittlerweile auf Manuel Göttschings eigenem Label MG.ART wieder veröffentlicht worden. Am 23. September ist dort auch die remasterte Fassung von „Le Berceau de Cristal“ auf CD erschienen, sowie Neuauflagen von Göttschings vielleicht populärsten Soloplatten „Inventions For Electric Guitar“ (1974) und „E2-E4“ (1984). „Inventions“ hat er allein und ausschließlich mit E-Gitarre und Effektgeräten aufgenommen. „E2-E4“ entstand im Dezember 1981 in einer einzigen Solo-Session mit Gitarre und Keyboards in seinem Heimstudio. Ihr Sound gilt als Chill Out- und Trance-Vorläufer und die Platte wurde in ab Mitte der 80er Jahre gern in Diskotheken und Houseclubs aufgelegt.

Die Aufführungsrechte für Philippe Garrels Film „Le Berceau de Cristal“ im deutschsprachigen Raum liegen übrigens bei Manuel Göttsching und seiner Frau der Filmemacherin Ilona Ziok. Wer den Film aufführen möchte, kann sich gern an die beiden wenden.

2015 haben Manuel Göttsching und Lüül die Musik zu „Le Berceau de Cristal“ bei einem Konzert in den Niederlanden erstmals seit Jahrzehnten wieder live gespielt. Für März 2017 sind weitere Konzerte in Berlin und Hongkong geplant. Andere Städte sind ebenfalls im Gespräch.

Playlist soundundvision_34 – 07.11.2016

Monophona – Folsom Prison Blues (Johnny Cash)
Monophona – Every Day is Like Sunday (Morrissey)
Brigitte Handley – The Model
Brigitte Handley – The Boy From Berlin
Agnes Obel – Stretch Your Eyes
Agnes Obel – Familiar
Lambchop is a Band – NIV
Lambchop – Relatives #2
TOY – Dream Orchestrator
Toy – Spirits Don’t Lie
Agitation Free – In the Silence of the Morning Sunrise
Ash Ra Tempel – Le souire volé
Lüül – Reich Der Träume (feat. Nico)
Manuel Göttsching – Echo Waves (Excerpt)
Manuel Göttsching – E2-E4 (Excerpt)
Soundwalk Collective – Fearfully in Danger [Live]
Space – Magic Fly
Jean-Jacques Perrey – E.V.A.
Daniel Lanois & Rocco DeLuca – Deconstruction
Daniel Lanois & Rocco Deluca- Heavy Sun
Yann Tiersen (official) – Penn Ar Roc’h
Yann Tiersen – Lok Gweltz
Efterklang & Karsten Fundal – The Colour Not of Love
Efterklang & Karsten Fundal – Wind

Interview mit John Eckhardt

John Eckhardt ist ein klassisch ausgebildeter Kontrabassist, der momentan in Hamburg lebt und arbeitet. Neben seinem Engagement in vielen Ensembleprojekten und Kollaborationen zwischen Klassik, Neuer Musik und Jazz, befasst er sich in seinen Solowerken mit Dub, Noise, Ambient und Soundcsapes, aber auch mit Elementen aus Reggae, Electronica, Clubmusik und Krautrock.

Alles weitere zu seiner musikalischen Biografie und zu seinen aktuellen Stücken gibt es hier im zweiteiligen Interview, das ich bei einem Konzert am 3. Juni in der Oldenburger umbaubar mit ihm aufgenommen habe.

(Interview mit John Eckhardt – Teil 1)

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John Eckhardt / Forresta live in der umbaubar Oldenburg am 03. Juni 2016. Ein oh ton-Projekt im Rahmen von „klangpol – Netzwerk Neue Musik Nordwest“ in Zusammenarbeit mit dem Oldenburgischen Staatstheater.

(Interview mit John Eckhardt – Teil 2)

Sein aktuelles Soloalbum unter dem Projektnamen Forresta heißt „Bass, Space & Time“ und erscheint in diesem Monat als farbiges Doppel-Vinyl in moosgrüner Marmorierung, limitiert auf 100 Stück mit individuellem Coverdesign in einer speziellen LP-Box.

Mehr zu John Eckhardt gibt es auf seiner Homepage. Dort sind auch Infos zu seinem sehr empfehlenswerten Basswald-Podcast zu finden, genau so wie der Flickr-Account mit den Fotos zur Auswahl für das individuelle Albumcover.

John Eckhardt / Solo

John Eckhardt am Bass bei Eric Schaefer & The Shredz

Playlist soundundvision_33 – 31.10.2016

Leonard Cohen – You Want It Darker
Leonard Cohen – It Seemed the Better Way
Michael Esper and Original New York Cast of Lazarus Musical – Love Is Lost
David Bowie – Killing a Little Time
Okkervil River – Okkervil River R.I.P.
Okkervil River – Judey on a Street
Pat Thomas & Kwashibu Area Band – Let’s Think It Over [Pat Thomas & Marijata]
Pat Thomas – Sack The Devil [Ebo Taylor feat. Pat Thomas]
David Nesselhauf – Outer Banks
David Nesselhauf – Bosso Fataka
John Eckhardt – Solstice (Excerpt)
John Eckhardt – Subflora (Excerpt)
Veronique Vincent & Aksak Maboul – Luxurious Dub
Veronique Vincent & Aksak Maboul – Afflux Skoui by Easy & C.O.U.
Phil Kieran – Blinded By The Sun
Phil Kieran – I Can’t Help Myself
The Brian Jonestown Massacre – Lunar Surf Graveyard
The Brian Jonestown Massacre – Third World Pyramid
Against Me! – Delicate Petite & Other Things I’ll Never Be
Against Me! – Crash
pg.lost – Monolith
pg.lost – Deserter
MONO (Japan) – Ely’s Heartbeat
Mono – The Last Scene
King Crimson – Red (Live)
King Crimson – 21st Century Schizoid Man (Live)