Interview mit Harald Grosskopf II – Naherholung

Mitten in einer Berglandschaft steht ein Heimcomputer aus der Frühzeit der PCs. Auf seinem Bildschirm spiegelt sich das Panorama der ihn umgebenden Natur als virtuelle Realität. Den auf dem Plattencover zu seiner neuen Platte „Naherholung“ abgebildeten IBM PC XT-AT hat der Schlagzeuger und Keyboarder Harald Grosskopf nach eigenen Angaben noch im Keller stehen.

Naherholung

Die mit der Wahl des Covers assoziierte bildliche und musikalische Verbindung von Technik und Natur, von Computer und Romantik ist ein klassisches Motiv der „Kosmischen Musik“ und damit der deutschen Musikgeschichte der 70er Jahre. Es findet sich in ähnlicher Form auch bei Bands wie Cluster, Harmonia oder Kraftwerk wieder. Das passt natürlich auch deshalb gut ins Bild, weil Grosskopf als Schlagzeuger von Wallenstein, Ash Ra Tempel und Klaus Schulze den elektronisch geprägten Krautrock dieser Zeit maßgeblich mitgeprägt hat.

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Philippe Mora, Festivalchef Torsten Neumann und Harald Grosskopf nach der Premiere von „Three Days in Auschwitz“.

2014 habe ich ihn zum ersten Mal beim 21. Internationalen Filmfest Oldenburg getroffen und ein karriereumspannendes Interview mit ihm geführt. Anlass für seine Einladung zu diesem Filmfestival war die gemeinsame Arbeit mit dem australischen Regisseur Philippe Mora an dem Film „German Sons“, für den er den Soundtrack komponierte und auch vor und hinter der Kamera stand. Auch an Moras Nachfolgefilm „Three Days in Auschwitz“ hat er als Kameramann mitgearbeitet und war deshalb im September 2015 zur Deutschlandpremiere des Films erneut in Oldenburg. Einen Tag nach dem Abschluss des Filmfests 2015 habe ich mich mit ihm im Studio von Oldenburg Eins getroffen, um über die Produktion und den Sound seiner neuen Platte zu sprechen.

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Harald Grosskopf im Hörfunkstudio von Oldenburg Eins am 21. September 2015.

Mittlerweile ist „Naherholung“ bei Little MarVin Records erschienen und digital erhältlich. Musikalisch knüpft Harald Grosskopf hier an seine ersten beiden Soloplatten als Keyboarder an, nämlich „Synthesist“ (1980) und „Oceanheart“ (1986), die beide 2014 bei Bureau B wiederveröffentlicht worden sind. Die Platte ist am 15. Februar erst mal digital erschienen, aber Vinyl und/oder CDs sollen noch im Lauf des Jahres folgen.

„Naherholung“ bei iTunes

Homepage von Harald Grosskopf

Philippe Mora Harald Großkopf September 2015

Harald Grosskopf und Philippe Mora bei der deutschen Premiere von „Three Days In Auschwitz“ am 20. September 2015 im Cine K der Kulturetage beim Internationalen Filmfest Oldenburg.

Interview mit Patrick Vollrath

Der deutsche Regisseur Patrick Vollrath ist für seinen Kurzfilm „Alles wird gut“ für den Oscar nominiert. Der Film ist seine Abschlussarbeit an der Filmakademie Wien, wo er unter anderem bei Michael Haneke studiert hat. Bereits im Herbst hatte er dafür den so genannten Studentenoscar gewonnen.

Ich hab ihn am 12. Februar in Berlin getroffen, beim Berlinaleempfang der niedersächsischen Nordmedia Film- und Medienförderung Nordmedia GmbH .

(Diese Interview wurde zuerst in der Radiosendung „Filmriss – Das Berlinalemagazin“ am 16.02.2016 ausgestrahlt. Eine tägliche Radiosendung der Sender OK Westküste, OK Lübeck, OK Kiel, Oldenburg eins, Tide 96,0 Hamburg sowie dem StadtRadio Göttingen.)

Interview mit George Armitage

Wenn US-Regisseur Quentin Tarantino einen neuen Film fertig hat, dann zeigt er ihn zuerst der „Grindhouse Gang“. Dahinter verbirgt sich eine lose Gruppe von US-Regisseuren und Tarantino-Vorbildern, die mit ihren oft unabhängig und günstig produzierten Filmen die Autokinos und B-Movie-Spielstätten der späten sechziger bis frühen achtziger Jahre beliefert haben. Dazu gehört neben Lewis Teague („Der Horror-Alligator“ 1980) und Allan Arkush („Rock’n’Roll Highschool“ 1979) auch der 1942 zur Welt gekommene George Armitage.

George Armitage - Filmfest Oldenburg 2015

Festivalchef Torsten Neumann und George Armitage präsentieren „Hot Rod“ im cine k.

2015 widmete ihm das 22. Internationale Filmfest Oldenburg seine Retrospektive mit sechs Filmen im Festivalprogramm. Am 19. September habe ich ihn im Oldenburger Altera Hotel zum Interview getroffen.

(Interview with George Armitage recorded September 19, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Der für das amerikanische Fernsehen produzierte Film „Hot Rod“ (1978) war in Oldenburg als deutsche Premiere zu sehen. Die Hauptrolle in diesem Rennfahrerfilm spielt Gregg Henry, der später mit „Der Tod kommt zweimal“ (1984) von Brian de Palma oder „Payback – Zahltag“ (1999) von Brian Helgeland bekannt wurde. „Vigilante Force – Das Gesetz sind wir“ (1976) mit Country-Sänger Kris Kristofferson und den späteren TV-Stars Jan-Michael Vincent („Airwolf“) und Victoria Principal („Dallas“) ist ein actionreiches Spektakel, das aber mit den Themen Selbstjustiz und Bürgerwehr auch eine politische Sprengkraft besitzt. Zu den großen kommerziellen Erfolgen von George Armitage gehören die Spätwerke „Miami Blues“ (1990), ein Neo-Noir mit Jennifer Jason Leigh und Alec Baldwin, sowie „Grosse Pointe Blank (Ein Mann Ein Mord)“ (1997), eine Killerkomödie mit John Cusack und Dan Akroyd.

(Interview with George Armitage recorded September 19, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 2)

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Angefangen hat Armitage wie viele andere unabhängige US-Filmemacher seiner Generation, als Schüler von Roger Corman. Seinen Einstieg als Drehbuchautor und Schauspieler gab er in dessen „G.A.S.S. oder Es war notwendig, die Welt zu vernichten, um sie zu retten“ (1970), der erst zehn Jahre später in die deutschen Kinos kam. Beim Blaxploitation-Klassiker „Hit Man“ (1972) arbeitet er mit Bernie Casey und Pam Grier zusammen. Sein bislang letzter Spielfilm ist die schwarze Komödie „The Big Bounce“ (2002) mit Owen Wilson und Morgan Freeman, die auf einem Buch von Elmore Leonard basiert. Nach einem Streit mit den Produzenten verließ Armitage den Film noch vor der Fertigstellung. Seine eigene Schnittfassung ist bis heute nicht veröffentlicht worden.

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Dem eingangs erwähnten Quentin Tarantino steht Armitage aber nicht nur als Berater zur Seite, denn auch in der Besetzung seiner Hauptrollen ist er ein großes Vorbild. So spielte Pam Grier 1997 die Titelrolle in Tarantinos „Jackie Brown“ und in seinem aktuellen Spätwestern „The Hateful Eight“ spielt Jennifer Jason Leigh die weibliche Hauptrolle, für die sie auch prompt mit ihrer ersten Oscarnominierung  belohnt wurde.

 

 

 

Interview mit Fish II – Return To Childhood

Anfang der achtziger Jahre waren Marillion die richtige Band zur völlig falschen Zeit. Während die ehemaligen Supergruppen des Progressive Rock wie Yes oder Genesis längst lupenreine Popsingles veröffentlichten, spielte die britische Band um den schottischen Sänger Derek Dick, besser bekannt als Fish, wie ein trotziger kleiner Dinosaurier immer noch eher verkopfte Mini-Rockopern im Stil ihrer großen Vorbilder aus den Siebzigern. Die Fangemeinde der Gruppe war anfangs eher überschaubar. Das alles änderte sich 1985 schlagartig mit „Kayleigh“.

Der Song über Reue und Verlust wurde der einzige große Hit der Band und sorgte dafür, dass sie über Nacht in ausverkauften Stadien und auf großen Freilichtbühnen auftreten konnten. Gleichzeitig war der plötzliche Ruhm auch der Auslöser für die Trennung von Sänger und Band nur drei Jahre später.

Die dazugehörige Platte „Misplaced Childhood“ hatte die Band in West-Berlin aufgenommen. In den mittlerweile legendären Hansastudios an der Mauer, wo acht Jahre zuvor David Bowie schon „Heroes“ produziert hatte. Auch das dazugehörige Video wurde in Kreuzberg und Charlottenburg gedreht. Zum 30-jährigen Jubiläum der Platte war Fish nun auf der „Return To Childhood“-Tour und spielte im Herbst in der Oldenburger Kulturetage. Das Konzert war schon Monate vorher ausverkauft, wie nahezu alle Abende der Tour.

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Erst 2014 hatte ich Fish in Wilhelmshaven getroffen, wo er gerade mit seiner letzten Studioplatte „A Feast Of Consequences“ auf Tour war. Jetzt konnten wir in Oldenburg den Faden wieder aufnehmen.

(Interview with Fish recorded November 25, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 1)

2018 will Fish sich von der Bühne verabschieden. Nächstes Jahr soll sein neues Album „Weltschmerz“ erscheinen und auf der Tour dazu will er dann auch noch mal Songs vom letzten gemeinsamen Marillionalbum „Clutching At Straws“ (1987) spielen. Danach folgt dann die endgültige Abschiedstour.

Aber neben „Misplaced Childhood“ stehen bei den Fans momentan auch die Wiederveröffentlichungen seiner Soloplatten aus den Jahren 1988 bis 2003 im Mittelpunkt des Interesses. Viele dieser Platten werden längst nicht mehr aufgelegt und inzwischen hat der Sänger die Rechte an den damaligen Aufnahmen zurückbekommen. Im Oktober erschienen mit „Sunsets On Empire“ (1997) und „Raingods With Zippos“ (1999) die ersten Remasters. Erstere hat er größtenteils mit Sänger und Gitarrist Steven Wilson (Porcupine Tree) komponiert. Auf „Raingods“ Album ist Wilson dann nur noch als Gitarrist mit dabei. Im Dezember erschien dann mit „Fellini Days“ (2001) die dritte Neuauflage. Ein lange kaum beachtetes Werk, dass mit ruhigen Stücken und Experimenten in Richtung Elektronik und Trip-Hop-Sounds auch bei treuen Fans umstritten war.

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Fünf weitere Alben sollen in diesem Jahr noch folgen. Alle sind aufwändig remastert und haben neben dem Originalalbum jeweils noch eine zweite CD mit Demos und Outtakes und eine dritte CD mit Liveaufnahmen. Dazu gibt es jeweils ein ausführliches und umfangreiches Booklet in dem Fish detailliert die Entstehungs- und Produktionsgeschichte der jeweiligen Platte schildert. Ein zentraler Song von „Sunsets“ wurde von ihm auch auf der Tour im Herbst wieder ins Programm genommen: „The Perception Of Johnny Punter“. Das Lied widmete der Sänger den Opfern der Anschläge von Paris am 13. November, die nur 12 Tage vor unserem Interview passiert waren.

(Interview with Fish recorded November 25, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 2)

Bevor dann die Aufnahmen zum letzte Studioalbum „Weltschmerz“ beginnen, wird es aber noch die allerletzten „Return To Childhood“-Shows geben. Dazu gehört auch noch mal ein Konzert im Groninger Oosterport am 22. April. Weitere Shows in Deutschland werden noch angekündigt.

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Fish_Autogramm_2015

Interview mit Mark Reeder

Transitstrecke, Eiserner Vorhang, Kalter Krieg, Zonengrenze, amerikanischer Sektor, Mauer – 1980 war West-Berlin mitten in Europa und doch ganz weit weg vom Rest der Welt. Hier sammelten sich Wehrdienstverweigerer, Hausbesetzer, Punks, Musiker und alle, die eine kostengünstige, wenn auch leicht morbide Existenz dem spießigen Leben im Rest der Republik vorzogen. Und außerdem gab es hier noch einen Engländer: Mark Reeder.

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Mark Reeder vor Mauerkunst von Thierry Noir am Potsdamer Platz nach unserem Interview am 10. Februar 2015 bei der Berlinale.

Für das britische Fernsehen zog er mit einem Kamerateam durch die Mauerstadt und filmte alles was irgendwie Lärm machte. Vom Punk und New Wave der Tödlichen Doris, über Malaria! und die Einstürzenden Neubauten bis zum australischen Wahlberliner Nick Cave und seinen Bad Seeds dokumentierte er die musikalische Avantgarde der Stadt. Dazu kamen die neue deutsche Welle von Ideal und Nena, der Pop-Punk der Ärzte und der Toten Hosen, sowie später die neu entstehende Technoszene mit Westbam und Dr. Motte.

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Aus Reeders TV-Aufnahmen, zusätzlichem Material und neu inszenierten Szenen montierten die drei Regisseure Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck und Heiko Lange das spannende Porträt einer Stadt im Wandel: „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979 – 1989″.

Mark Reeder

Das folgende Gespräch mit Mark Reeder habe ich am 10. Februar 2015 bei der Berlinale mit ihm geführt. Zwei Tage nach der Weltpremiere des Films „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979 – 1989“ im Kino International, dem ehemaligen Vorzeigekino der DDR in der Karl-Marx-Allee in Ost-Berlin.

(Radiointerview mit Mark Reeder – Teil 1)

B-Movie

Volles Haus bei der Weltpremiere von B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin im Kino International bei der Berlinale – Berlin International Film Festival am 8. Februar 2015. Mit dabei sind Jörg A. Hoppe, Klaus Maeck & Heiko Lange (Regie), Mark Reeder, Westbam, Gudrun Gut (Malaria!), N.U. Unruh & Mark Chung (Neubauten), Andi & Campino ( Die Toten Hosen) und der einzig wahre Heino Norbert Hähnel. 

Im zweiten Teil geht es um sein Plattenlabel MFS, die Zusammenarbeit mit Regisseur Jörg Buttgereit und seine aktuellen Arbeit im Bereich der 5.1-Remixe.

(Radiointerview mit Mark Reeder – Teil 2 )

Der Film „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979 – 1989“ ist bereits erfolgreich in den Programmkinos gelaufen und wurde auch bereits vom Fernsehsender Arte ausgestrahlt. Bei Edel: Motion ist der Film Anfang Oktober in verschiedenen Versionen für das Heimkino herausgekommen.

Das ganze Gespräch gab es auch als einstündige Radiosendung mit folgenden Songs.

Playlist soundundvision_spezial Mark Reeder 11.11.2015 (20h – 21h)

Westbam Feat. Richard Butler – You Need The Drugs
Mark Reeder – Lever Street
Joy Division – Komakino
Shark Vegas – Love Habit
Mark Reeder – Tauentzienstraße
John Foxx – Underpass (Mark Reeder’s Dark, Long & Sinister Remix)
Westbam – You Need The Dub (Instrumental)

Alle Stücke sind von dem Soundtrack zu B-Movie, der unter dem Titel „B-Music“ bei Edel:Motion Film erschienen ist. Nur der Remix von John Foxx ist von Mark Reeders Album „Five Point One“ (via Kennen Medien), welches ich auch nur sehr, sehr dringend empfehlen kann.

 

 

Interview mit Philippe Mora II – Return to Oldenburg

Ballett tanzende Werwölfe, betrunkene Superhelden und bärtige Outlaws bevölkern den filmischen Kosmos des australischen Regisseurs Philippe Mora. Aber neben diesen wilden Figuren aus seinen Horrorfilmen und anderen Genreklassikern treibt den 1949 in Paris zur Welt gekommenen Maler, Comiczeichner und Filmemacher auch die eigene Familiengeschichte immer wieder zur teils sehr persönlichen filmischen Auseinandersetzung mit der Zeit des zweiten Weltkriegs und den Verbrechen der Nationalsozialisten. Sein Vater Georges kämpfte im französischen Widerstand, während seine Mutter Mirka nur knapp der Deportation ins Konzentrationslager Auschwitz entging. Mit diesem Thema beschäftigt Philippe Mora sich nach „Swastika“ (1973) und „German Sons“ (2014) nun zum dritten Mal in seinem neuen filmischen Essay „Three Days In Auschwitz“. Zur Deutschlandpremiere beim 22. Internationalen Filmfest kehrte er nach Oldenburg zurück und stellt seinen neuen Film zunächst mit eigenen Worten vor.

(Interview with Philippe Mora recorded September 20, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Neben Festivalleiter Torsten Neumann war auch der Musiker Harald Großkopf mit dabei, mit dem Mora bereits bei „German Sons“ eng zusammengearbeitet hat. Für „Three Days In Auschwitz“ hat er diesmal einige Sequenzen als Kameramann gedreht.

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Harald Großkopf, Philippe Mora und Festivalleiter Torsten Neumann im Cine K Oldenburg am 20. September 2015.

Die Musik für „Three Days In Auschwitz“ hat  Eric Clapton komponiert. Mit dem britischen Gitarristen teilte  Mora sich bereits in den sechziger Jahren in London eine Wohnung und später steuerte Clapton auch den Soundtrack zum Film „Communion – Die Besucher“ (1989) bei. Nach seinem Besuch beim Filmfest in Oldenburg reiste Mora nach Berlin weiter. Dort drehte er gemeinsam mit Regisseur Trevor Graham einige Szenen für „Monsieur Mayonnaise“, einen Film über die Freundschaft zwischen seinem Vater und dem französischen Pantomimen Marcel Marceau und ihre gemeinsame Zeit im französischen Widerstand.

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Ein Geschenk für Philippe nach der Deutschlandpremiere von „Three Days In Auschwitz“.

Seit der Retrospektive beim 21. Internationalen Filmfest Oldenburg 2014 hat sich für Mora einiges getan. „Howling II“ wurde in Amerika in einer restaurierten Fassung von Scream Factory auf Blu-ray wiederveröffentlicht und auch „Howling III – The Marsupials“ ist momentan in restaurierter Fassung auf internationalen Festivals zu sehen. Bei soviel Zuspruch folgt dann 2016 auch fast schon zwangsläufig die Rückkehr ins Werwolf-Genre mit dem neuen Film „The Growling“ .

Philippe Mora Harald Großkopf September 2015

Harald Großkopf und Philippe Mora beim 22. Intenationalen Filmfest Oldenburg 2015.

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Trailer zu „Three Days In Auschwitz“ mit der Musik von Eric Clapton.

Restaurierter Ausschnitt „Howling III – The Marsupials“ für das Adelaide Filmfestival 2015.

Teaser -Trailer für die  Crowdfunding-Kampagne zu „The Growling“.

Interview mit Nadja Rüdebusch (binoculers)

Ob Indie-Folk, Dark Pop, Psychedelia oder Folk Noir – die fragilen Popminiaturen von binoculers entziehen sich weitgehend einer einfachen musikalischen Kategorisierung. Seit acht Jahren entstehen so einzigartige Songs zwischen sanften Schlafliedern, verträumten Zirkusmelodien, düsteren Folkballaden und elegantem Kammerpop.

Die Sängerin und Musikerin Nadja Rüdebusch ist in Oldenburg geboren und aufgewachsen. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet sie aber schon in Hamburg. Dort hat sie 2007 das musikalische Projekt binoculers gegründet. Die ersten Aufnahmen entstanden gemeinsam mit Schlagzeuger und Multinstrumentalist Daniel Gädicke.

Als Duo haben sie 2008 die EP „My House Is My Companion And One Day I’ll Grow Together With It” veröffentlicht. Ein Jahr später folgte bereits die erste Platte „Every Seaman’s Got A Favourite Spaceship“. In den folgenden Jahren spielte Nadja weit über hundert Konzerte. Viele Auftritt absolvierte sie dabei allein mit Keyboard, Gitarre und einer Loop Station.

Die Musik von binoculers ist zwischen Minimal Folk und Dream Pop angesiedelt. Auf den ersten Aufnahmen dominierten sparsame Arrangements mit akustischen Gitarren und reduzierte Pianomelodien. Diese direkte, aber doch zurückhaltende musikalische Ansprache erinnert beispielsweise an die Musik von Nico, Leonard Cohen, Smog oder Nick Drake.

„Grandmother’s House“ (2012)

Seit 2012 wurde der Sound dann um fast schon orchestral anmutende Elemente und den Einsatz unterschiedlichster Instrumente erweitert. Die so entstandene dritte Platte „There Is Not Enough Space In The Dark“ ist erstmals auf dem neu gegründeten eigenen Plattenlabel Insular veröffentlicht worden. Produziert und abgemischt wurde sie erneut in Zusammenarbeit mit Daniel Gädicke.

Am 17. Juli erscheint jetzt die dritte Platte „Adapted To Both Shade And Sun“, die erstmals seit 2007 wieder komplett als Duo konzipiert und eingespielt worden ist. Das Gespräch mit Nadja Rüdebusch habe ich am 02. Juni 2015 im Studio von Oldenburg Eins mit ihr geführt. Zuerst habe ich sie gebeten die neuen Aufnahmen mit eigenen Worten vorzustellen.

binoculers Interview – Teil 1

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Nadja Rüdebusch in Oldenburg am 02. Juni 2015

binoculers Interview – Teil 2

„Adapted To Both Shade And Sun“ von binoculers erscheint am 17. Juli bei Insular.

Das im Interview angesprochene neue Projekt von Daniel Gädicke SONMOON ist der Nachfolger seiner mittlerweile aufgelösten Band xrfarflight. Der Sound ist hier ist deutlich rockiger und erinnert an klassischen Indierock der 90er Jahre, mit Reminiszenzen an die britische Popmusik und Psychedelia der 60er. Die ersten Songs sind mittlerweile auch auf soundcloud zu hören.

binoculers Homepage

Plattenlabel Insular

Binoculers auf Facebook

Sonmoon auf Facebook

„Where The Water Is Black“ (2015)

Video directed by Marcus Richardt, shot by David Rankenhohn, script animations by Karoline Siebert, edited by Eike Swoboda.

A Track of SONMOON’s debut album, to be released autumn 2015 on insularmusic.

Interview mit Danny Griffiths (Archive)

Mit „Restriction“ veröffentlichte die britische Band Archive im Januar ihr zehntes Studioalbum. Gegründet wurde die Gruppe 1993 von den beiden Musikern Danny Griffiths und Darius Keeler in London. Mit dem Sänger Craig Walker hatten sie Anfang der 2000er Jahre ihren Durchbruch. Gemeinsam haben sie drei Platten aufgenommen, darunter das Erfolgsalbum „You All Look The Same To Me“ (2002).  Nach Walkers Ausstieg haben Keeler und Griffith die Band ab 2004 als Kollektiv weitergeführt und alle folgenden Alben und Tourneen mit verschiedenen Begleitmusikern realisiert. Dazu gehören die Sängerinnen Holly Martin und Maria Q, sowie die Sänger und Gitarristen Dave Pen und Pollard Berrier, die alle auch auf „Restriction“ zu hören sind.

Im Februar war die Band auf Tour und spielte einige Shows in Deutschland. Statt einer Vorband wurde dabei ihr selbstproduzierter Kurzfilm „Axiom“ vor jedem Konzert gezeigt.

Das Gespräch mit Keyboarder und Bandgründer Danny Griffiths habe ich am 28. Februar 2014 nach dem Konzert im Bremer Schlachthof mit ihm geführt.

(Interview with Danny Griffiths recorded February 28, 2015 in Bremen, Germany)

Zu Beginn ihrer Karriere orientierten sich Archive noch stark am Trip-Hop-Sound von Bands wie Portishead und Massive Attack, was auf der neuen Platte durchaus noch zu hören ist. Im Lauf der Jahre kamen dann vermehrt Progressive-Rock-Einflüsse dazu und auch rein elektronische Kompositionen spielten zunehmend eine Rolle. Der keyboardlastige Sound der Band wurde oft für Fernseh- und Videoproduktionen verwendet und zu der französischen Comicverfilmung „Michel Vaillant“ komponierte die Band den Soundtrack.

In Frankreich hat die Band auch ihre ersten kommerziellen Erfolge gefeiert und eine große Anzahl Fans. Seit 2003 arbeiten sie außerdem regelmäßig mit dem französischen Toningenieur und Produzenten Jérôme Devoise zusammen.

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Archive live im Bremer Schlachthof am 28. Januar 2015.

Die Verbindung zum bewegten Bild zeigte sich besonders Anfang 2014, als die Band zum Vorgängeralbum „Axiom“ einen eigenen 40-minütigen Film produzieren ließ, der auch auf verschiedenen Festivals gezeigt wurde. Regie führte dabei Jesús Hernández vom spanischen Medienkollektiv NYSU.

Die aktuelle Platte enthält jetzt wieder 12 klassische Popstücke, von denen Ende letzten Jahre drei Songs gleichzeitig als Singles inklusive Videos veröffentlicht wurden. Das Albumcover stammt diesmal vom britischen Designer Brian Cannon, der mit seiner Firma Microdot schon viele klassische Albencover für Oasis, The Verve und Suede entworfen hat.

Dieses Jahr spielt die Band noch einige Festivals, bevor es dann im nächsten Jahr einiges zu feiern gibt. 2016 wird für Archive ein Jubiläumsjahr. Das erste Album „Londinium“ ist dann 20 Jahre alt und die fünfte Platte „Lights“ wird dann 10. Gefeiert werden soll das mit einigen besonderen Auftritten und mit neuen Songs. Dazu sollen dann auch die ehemaligen Bandmitglieder und Sänger der Band ins Studio eingeladen werden.

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Archive Homepage
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Blog von Sänger und Gitarrist David Pen

Das Video zur aktuellen Single „End Of Our Days“

Der komplette Film „Axiom“ ist aufgeteilt in sechs Kapitel im Youtubechannel der Band zu finden.

 

 

Interview mit Richard Stanley

Der in Südafrika geborene Regisseur Richard Stanley begann Mitte der achtziger Jahre in London Filme zu drehen. Seine ersten beiden Spielfilme „Hardware (1990) (deutscher Titel: „M.A.R.K. 13 – Hardware“)  und „Dust Devil“ (1992) (unter anderem mit Marianne Sägebrecht) kamen bei Fans und Kritikern gut an und gelten heute als moderne Klassiker des Science-Fiction- und Horrorfilms.

Nach diesen ersten Erfolgen wurde auch Hollywood aufmerksam und er bekam das Angebot einen seiner Lieblingsromane neu zu verfilmen: „Die Insel des Doktor Moreau“ von H.G. Wells (1896). Bereits kurz nach Beginn der Dreharbeiten wurde Stanley von den Produzenten des Films entlassen und der Film wurde vom Hollywoodveteranen John Frankenheimer mit Marlon Brando und Val Kilmer in den Hauptrollen fertig gestellt. Das Ergebnis hieß in Deutschland „DNA – Experiment des Wahnsinns“ (1996) und gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten.

Der Dokumentarfilm “Lost Soul: The Doomed Journey of Richard Stanley’s Island of Dr. Moreau” des amerikanischen Regisseurs David Gregory erzählt jetzt erstmals Stanleys Version dieser Ereignisse. Im September 2014 wurde der Film beim Internationalen Filmfest Oldenburg gezeigt. Es war erst die zweite Aufführung des Films nach der Weltpremiere in London wenige Wochen zuvor.

Das Gespräch mit Richard Stanley habe ich am 11.September 2014  im cine k in der Oldenburger Kulturetage mit ihm geführt.

(Interview with Richard Stanley recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Richard Stanley Q+A
Buddy Giovinazzo, Douglas Buck, Richard Stanley, David Gregory und Marco Hofschneider nach der deutschen Premiere von „Lost Soul“ beim 21. Internationalen Filmfest Oldenburg 2014.

Der Regisseur des Films David Gregory ist neben seinen Arbeiten als Filmemacher vor allem als Mitgründer des auf Horrorklassiker spezialisierten DVD-Labels Severin Films bekannt. Den Schnitt übernahm der US-Regisseur Douglas Buck, der selbst oft schon zu Gast in Oldenburg war („Sisters“, „Family Portraits“). Zu Wort kommen auch der britische Grafiker Graham Humphreys, der die Storyboards entworfen hatte, sowie der deutsche Schauspieler Marco Hofschneider.

Richard Stanley begann nach “Dr. Moreau” wieder damit auf eigene Faust Filme zu drehen, zunächst vor allem dokumentarische Werke. Zwei davon wurden 2001 beim Internationalem Filmfest Oldenburg gezeigt, wo es erstmals überhaupt eine Reihe mit seinem Gesamtwerk gab: Die Weltpremiere von „The Secret Glory“ (2001) über den SS-Offizier Otto Rahn, der für die Nazis den Heiligen Gral suchen sollte, sowie „Voice Of The Moon“ (1990) über eine Reise mit seinem deutschen Kameramann Immo Horn nach Afghanistan, kurz nach dem Abzug der russischen Armee.

Ein Jahr später gab es ebenfalls in Oldenburg die Weltpremiere des Films „White Darkness“ (2002) über Voodoo und Kolonialzeit auf Haiti. Schließlich lief 2011 auch der Episodenhorrorfilm „The Theatre Bizarre“ auf dem Festival, an dem neben Richard Stanley auch die Regisseure Buddy Giovinazzo, Karim Hussain, David Gregory, Douglas Buck, Tom Savini und Jeremy Kasten beteiligt waren.

Im zweiten Teil des Gesprächs mit Richard Stanley geht es um seine aktuellen Arbeiten und auch um die Frage, warum es seinen „Dust Devil“ noch nicht auf Blu-ray gibt.

(Interview with Richard Stanley recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 2)

Richard Stanley Filmfesteröffnung

Marco Hofschneider, Festivalchef  Torsten Neumann, Douglas Buck und Richard Stanley bei der Eröffnung des 21. Internationalen Filmfests Oldenburg am 10. September 2014.

Für die neue Kurzfilmsammlung „The Profane Exhibit“ (2013) hat Richard Stanley wieder mit Kamermann Immo Horn zusammengearbeitet und in Afrika den Film “Coltan” gedreht. Außerdem hat er letztes Jahr in seiner neuen Wahlheimat Frankreich die Dokumentation “The Otherworld” fertig gestellt. Die Kameraarbeit hat dabei Regisseur Karim Hussain („Subconscious Cruelty“) übernommen. Die Musik stammt erneut von seinem langjährigen Komponisten, dem britischen Musiker Simon Boswell.

Momentan ist Richard Stanley sehr erfolgreich auf verschiedenen amerikanischen Filmfestivals unterwegs, bei denen neben „Lost Soul“ und „The Otherworld“ auch „Dust Devil“ und „Hardware“ wieder auf der Leinwand zu sehen sind. Und schließlich hat er noch das Drehbuch zu der Verfilmung von J.G. Ballards Roman „High Rise“ geschrieben. Der Film des britischen Regisseurs Ben Wheatley („Kill List“, „A Field In England“) soll noch dieses Jahr in die Kinos kommen.

Richard Stanleys Homepage
Richard Stanley bei Facebook
„Lost Soul“ beim Internationalen Filmfest Oldenburg

Filmkomponist Simon Boswell ist aktuell auf Tour und spielt dabei auch Musik, die er für Richard Stanley komponiert hat.

 

Interview mit Philippe Mora

Der australische Regisseur Philippe Mora war im September letzten Jahres der Ehrengast des 21. Internationalen Filmfest Oldenburg. Der Sohn deutsch-jüdischer Eltern wurde 1949 in Paris geboren. Sein Vater war in Frankreich Mitglied der Resistance. Später wanderte die Familie nach Australien aus. Der junge Philippe Mora lebte in den sechziger Jahren als Künstler in London und drehte später Filme in den USA und Australien.

Bei der Oldenburger Retrospektive wurden acht seiner Filme gezeigt, die zwischen 1973 und 2014 entstanden sind. Dazu gehören Arbeiten, die sich mit der deutschen Vergangenheit befassen, wie sein erster Film „Swastika“ (1973) und die Dokumentation „German Sons“ (2011). Letztere entstand in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Musiker Harald Grosskopf (Ash Ra Temple, Wallenstein).

Das Gespräch mit Philippe Mora habe ich am 11.September 2014  im cine k in der Oldenburger Kulturetage mit ihm geführt.

(Interview with Philippe Mora recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Auch einige seiner Genrefilme wie „The Return Of Captain Invincible“ (1983), „The Beast Within (Engelsgesicht – Drei Nächte des Grauens)“ (1982), „Mad Dog Morgan“(1976) und „Communion (Die Besucher)“ (1989) waren in Oldenburg zu sehen. Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um diesen Teil seiner Filmografie und die Zusammenarbeit mit Dennis Hopper, Eric Clapton und Christopher Lee.

(Interview with Philippe Mora recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 2)

Aktuell arbeitet Philippe Mora an einer weiteren Dokumentation über die NS-Zeit. Der Arbeitstitel des neuen Projekts ist „Three Day In Auschwitz“.

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Philippe Mora bei Facebook
Retrospektive des Internationalen Filmfest Oldenburg

Mora Großkopf Filmfest

Festivalleiter Torsten Neumann, Harald Grosskopf, Philippe Mora und seine Frau Pamela bei der Eröffnung des 21. Internationalen Filmfest Oldenbur 2014.

Swastika (1973)

Christopher Lee sings „Name Your Poison“ from „The Return Of Captain Invincible“ (1983)

Abspann von „Das Tier 2 – Howling II“ 1985