{"id":3363,"date":"2025-03-25T08:27:38","date_gmt":"2025-03-25T07:27:38","guid":{"rendered":"https:\/\/soundundvision.org\/?p=3363"},"modified":"2025-03-27T08:38:17","modified_gmt":"2025-03-27T07:38:17","slug":"reflet-dans-un-diamant-mort-berlinale-wettbewerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/soundundvision.org\/?p=3363","title":{"rendered":"Reflet dans un diamant mort \u2013 Berlinale Wettbewerb"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>(Foto: \u00a9 Cattet-Forzani)<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">&#8222;Reflektion eines toten Diamanten\u201c ist der vierte Spielfilm des franz\u00f6sischen Ehepaares <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%A9l%C3%A8ne_Cattet_and_Bruno_Forzani\">H\u00e9l\u00e8ne Cattet und Bruno Forzani<\/a>. Sie leben und arbeiten in Br\u00fcssel und haben dort seit Ende neunziger Jahre Ende einen eigenwilligen Filmstil sowie eine sehr experimentelle Bildsprache entwickelt.<\/span><\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-3363-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Reflet-dans-un-diamant-mort-Wettbewerb-18.02.2025_web.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Reflet-dans-un-diamant-mort-Wettbewerb-18.02.2025_web.mp3\">https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Reflet-dans-un-diamant-mort-Wettbewerb-18.02.2025_web.mp3<\/a><\/audio>\n<p><em>(Radiobeitrag zu &#8222;Reflet dans un diamant mort&#8220;)<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Ihre Motive sind meist dem europ\u00e4ischen Genrekino der sechziger und siebziger Jahre entlehnt \u2013 als Hommage und eben Reflektion von Horrorfilmen, Italowestern und Thrillern, gern auch der g\u00fcnstigeren Sorte, also B-Movies oder Exploitation-Filmen. Ihre ersten beiden Werke \u201eAmer\u201c und \u201eDer Tod weint rote Tr\u00e4nen\u201c waren eine Hommage an die farbenfrohen italienischen Thriller, die Gialli, beispielsweise von Mario Bava und Dario Argento, in denen mitunter schwarze Handschuhe und scharfe Skalpelle titelstiftend zum Einsatz kamen. Ihr letzter Film \u201eLeichen unter brennender Sonne\u201c bediente sich beim Italo-Western und vor allem bei den harten italienischen Polizeithrillern, den Poliziotteschi, die oft mit Darstellern wie Franco Nero, Tom\u00e1s Mili\u00e1n oder Fabio Testi als toughe Cops mit eigenen Regeln besetzt waren.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Reflet-Team-Pressekonferenz-Hyatt-160225.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3355\" src=\"https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Reflet-Team-Pressekonferenz-Hyatt-160225-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Reflet-Team-Pressekonferenz-Hyatt-160225-300x225.jpg 300w, https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Reflet-Team-Pressekonferenz-Hyatt-160225-768x577.jpg 768w, https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Reflet-Team-Pressekonferenz-Hyatt-160225.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>(Das Team des Films bei der Pressekonferenz)<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Ihr neuer Film \u201eReflet dans un diamant mort\u201c, der im Wettbewerb der Berlinale zu sehen war, sp\u00fcrt einem anderen Trend nach: den sogenannten <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Eurospy_film\">Eurospy-Movies<\/a>, zumeist franz\u00f6sische, italienische oder deutsche Varianten des Spionagefilms, die als Nachahmer der erfolgreichen britischen James Bond-Reihe ab Mitte der sechziger Jahre gedreht wurden. Kommissar X, eigentlich eine Figur aus dem deutschen Heftroman, Bob Fleming und viele andere Agenten aus der zweiten Reihe wurden in mehr oder weniger g\u00fcnstig gedrehten Abenteuern losgeschickt, um die Welt vor b\u00f6sen Superschurken zu bewahren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Deren redundante Markenzeichen werden hier von H\u00e9l\u00e8ne Cattet und Bruno Forzani hochstilisiert in Szene gesetzt &#8211; smarte Spione, geheimnisvolle Masken, verspielte Gadgets und Gimmicks, wie beispielsweise ein Ring, mit dem man durch W\u00e4nde sehen kann, smarte und kantige M\u00e4nner, sch\u00f6ne und gef\u00e4hrliche Frauen, schicke Autos, ein Arsenal von Waffen vom Stilett bis zum Maschinengewehr, Sex, Gewalt und Verfolgungsjagden durch sonnige Gefilde Spaniens, Italiens oder S\u00fcdfrankreichs.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Dort an der Cote d\u2019Azur treffen wir auf den Star des Films, den bereits erw\u00e4hnten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fabio_Testi\">Fabio Testi<\/a>. Der mittlerweile 83-j\u00e4hrige Italiener hat jahrzehntelange Erfahrung im Genre und war schon in Krimis wie \u201eDas Geheimnis der gr\u00fcnen Stecknadel\u201c oder Italowestern wie \u201eVerdammt zu leben \u2013 verdammt zu sterben\u201c zu sehen, hat aber auch mit Vittorio de Sica, Claude Chabrol und Andrzej \u017bu\u0142awski eher kunstfertige Werke gedreht.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fabio-Testi-Pressekonferenz-Hyatt-Berlin-160225.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3350\" src=\"https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fabio-Testi-Pressekonferenz-Hyatt-Berlin-160225-300x226.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fabio-Testi-Pressekonferenz-Hyatt-Berlin-160225-300x226.jpg 300w, https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fabio-Testi-Pressekonferenz-Hyatt-Berlin-160225-768x578.jpg 768w, https:\/\/soundundvision.org\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Fabio-Testi-Pressekonferenz-Hyatt-Berlin-160225.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>(Fabio Testi bei der Pressekonferenz im Rahmen der Berlinale)<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Hier spielt er einen alt gewordene Spion oder zumindest einen Spionagedarsteller, der von seiner Vergangenheit heimgesucht, und erneut in d\u00fcstere Verschw\u00f6rungen und geheimnisvolle Morde verwickelt wird &#8230; oder es zumindest glaubt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Wie Testis Karriere zwischen Bahnhofskinofutter und europ\u00e4ischem Kunstkino hin und her wechselte, so wechselt auch das Kino des Regieduos H\u00e9l\u00e8ne Cattet und Bruno Forzani zwischen Videokunst, Experimentalfilm und Genrehommage. Die narrative Struktur zerf\u00e4llt oft zugunsten von psychedelischen Bilderwelten mit Versatzst\u00fccken aus der Filmgeschichte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Ein wichtiger Ankn\u00fcpfungspunkt ist dabei die Comicverfilmung \u201eDanger Diabolik\u201c von Mario Bava nach der italienischen Comicfigur sowie Archetyp der Fumetti Neri, Diabolik, geschaffen von Angela und Luciana Giussani. Teile des Films werden sogar in Comic-Panels im Stil dieser \u201eschwarzen Comics\u201c inszeniert, die der italienische Zeichner Emanuel Barison beigesteuert hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Auch musikalisch schlie\u00dft der Film an seine Vorbilder an, und setzt auf Musik der gro\u00dfen italienischen Komponisten der sp\u00e4ten sechziger Jahre wie Ennio Morricone, Piero Umiliani oder Bruno Nicolai.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Dass ein derart hyperstilisierter Experimentalfilm mit Wurzeln im lange bel\u00e4chelten Genrefilm im Wettbewerb der Berlinale gezeigt wird, kann getrost als \u00dcberraschung verbucht werden. Vielleicht ist das aber auch der neuen Berlinale-Leiterin Tricia Tuttle zu verdanken, die ja selbst keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit dem popul\u00e4ren Kino hat, und die James Camerons \u201eTerminator\u201c als einen ihrer Lieblingsfilme angibt. Hauptdarsteller Fabio Testi hat das auf der Pressekonferenz zum Film sichtlich gefreut, denn nach Cannes und Venedig ist er jetzt im hohen Alter tats\u00e4chlich das allererste Mal zu Gast im Wettbewerb der Filmfestspiele Berlin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>(Dieser Beitrag erschien zuerst als Radiobeitrag in der Sendung \u201eFilmriss \u2013 Das Berlinale-Magazin\u201c, einem gemeinsamem Projekt der norddeutschen B\u00fcrgersender Kiel FM, L\u00fcbeck FM, Westk\u00fcste FM, Tide Hamburg, Radio Leinewelle und Oldenburg Eins.)<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Reflet dans un diamant mort (H\u00e9l\u00e8ne Cattet &amp; Bruno Forzani) - Teaser BE\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1cdUapffVNc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Foto: \u00a9 Cattet-Forzani) &#8222;Reflektion eines toten Diamanten\u201c ist der vierte Spielfilm des franz\u00f6sischen Ehepaares H\u00e9l\u00e8ne Cattet und Bruno Forzani. 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