Playlist soundundvison_35 – 05.12.2016

John Cale – Antarctica Starts Here – Outtake (strings)
John Cale – Paris 1919 – Outtake (strings)
Hope Sandoval and the Warm Inventions – Isn’t It True
Hope Sandoval & The Warm Inventions – Liquid Lady
Shirley Collins – Sur le Borde de l’Eau
Shirley Collins – Cruel Lincoln
Emma Ruth Rundle – Medusa
Emma Ruth Rundle – Marked for Death
Peter Thomas & Mocambo Astronautic Orchestra – Space Patrol (Raumpatrouille)
John Phillips – Hello Mary-Lou
Christian Bruhn – Captain Future
Newmoon – Everything Is
Newmoon – Coma
FVNERALS – Shiver
Fvnerals – Antlers
Gost – Nascency
GosT – Supreme (feat. Hayley Stewart)
Space Art – Speedway
Space Art – Onyx
Jean-Michel Jarre – Oxygene (Part 11)
Jean-Michel Jarre – Oxygene (Part 17)
DJ Shadow – Stem / Long Stem
DJ Shadow – Building Steam With a Grain of Salt (Alternate Take Without Overdubs)
Kuedo – In Your Sleep
Kuedo – Hourglass
Urban Homes – Heat in the Streets (Hectic Jam)
Urban Homes – Verdub Lang Her (Stripped-Down Killer Dub Jam)
Dungen – Achmed flyger
Dungen – Häxan
The Comet is Coming – Journey Through the Asteroid Belt
The Comet Is Coming – Star Furnace
Le Sun Ra And His Arkestra – Saturn
Sun Ra And His Arkestra – Space Loneliness

Interview mit Lüül

Der Berliner Sänger und Gitarrist Lutz Graf-Ulbrich – besser bekannt als Lüül – ist seit den 90er Jahren sowohl als Solokünstler, als auch als Teil des Kollektivs 17 Hippies bekannt. Mit Musik angefangen hat er aber schon viel früher, nämlich als Teenager Mitte der 60er Jahre. Als Gitarrist bei Agitation Free und Ash Ra Tempel (später Ashra) und später als Livegitarrist für die Sängerin Nico, reiste er in den 70er Jahren für Plattenaufnahmen und Konzerte um die ganze Welt.

Über die Zeit mit Nico, die 1988 auf Ibiza gestorbenen ist, hat er jetzt ein Buch mit sehr persönlichen Geschichten und seltenen Fotos herausgebracht. Es heisst „Nico – Im Schatten der Mondgöttin“ und Lüül war damit Anfang September auf Multimedia-Lesereise. Dabei hat er es unter anderem auch in Bremen und Oldenburg vorgestellt. Neben gelesenen Kapiteln gab es bei diesen Auftritten auch Musik von Lüül und Videoeinspielungen mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen eines Nico-Konzerts aus dem Jahr 1974 in Berlin, bei dem sie von Brian Eno und John Cale begleitet wurde.

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Einen Tag vor der Lesung im Café am Damm in Oldenburg habe ich Lüül zum Interview getroffen. Im ersten Teil geht es zunächst um seine Zeit bei Agitation Free und die Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Manuel Göttsching in dessen Band Ash Ra Tempel.

Der Film „Le Berceau de Cristal“ war bereits die vierte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Philippe Garrel und Nico. Die Filmmusik basierte zum Teil auf Liveaufnahmen von Manuel Göttsching und Lüül, der Göttsching zu der Zeit bei den Konzerten zu seiner ersten Soloplatte „Inventions For Electric Guitar“ begleitete. Weitere Stücke der Filmmusik haben sie später im Studio produziert.

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Zusammenarbeit und die späteren Tourneen mit Nico, die Ende der 70er Jahre versuchte in Amerika Fuß zu fassen.

Mit dem ersten eigenen Album „Lüül“ Anfang der 80er begann Lutz Ulbrichs „zweite Karriere“ als Solokünstler. Bei der Platte wurde er auch von alten Weggefährten, wie dem Produzenten und Keyboarder Christopher Franke (Agitation Free, Tangerine Dream) und dem Schlagzeuger Harald Grosskopf (Ashra) unterstützt. Außerdem singt Nico auf diesem Album das Lied „Reich der Träume“.

(Radiointerview mit Lüül Teil 1 – Teil 3, aufgenommen am 02. September 2016 im Hörfunkstudio von Oldenburg Eins)

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(Lesung von „Nico – Im Schatten der Mondgöttin“ am 02. September im Café am Damm in Oldenburg)

Noch kurz vor ihrem Tod 1988 ist Nico im Berliner Planetarium aufgetreten. Dieses Konzert hatte Lüül ebenfalls mitorganisiert. Als „Nico’s Last Concert: Fata Morgana“ ist dieser Auftritt 1994 auch als CD erschienen.

Das Buch „Nico – Im Schatten der Mondgöttin“ von Lüül gibt es gedruckt oder als Download bei Amazon.

In den letzten Wochen sind außerdem einige interessante und zum Interview passende Wiederveröffentlichungen erschienen.

Da wäre zunächst die Box „Agitation Free – Last, Fragments & Live ’74“ zu nennen, die am 28. Oktober bei MiG Music aus Hannover erschienen ist. Neben den letzten drei Platten der Band, in der zu dem Zeitpunkt neben Lüül auch der Keyboarder und spätere Filmmusik-Komponist Michael Hoenig spielte, gibt es auch noch eine DVD mit einem Reunion-Konzert, das 2013 im Berliner Kesselhaus gefilmt wurde.

Alle Platten von Ash Ra Tempel und Ashra sind mittlerweile auf Manuel Göttschings eigenem Label MG.ART wieder veröffentlicht worden. Am 23. September ist dort auch die remasterte Fassung von „Le Berceau de Cristal“ auf CD erschienen, sowie Neuauflagen von Göttschings vielleicht populärsten Soloplatten „Inventions For Electric Guitar“ (1974) und „E2-E4“ (1984). „Inventions“ hat er allein und ausschließlich mit E-Gitarre und Effektgeräten aufgenommen. „E2-E4“ entstand im Dezember 1981 in einer einzigen Solo-Session mit Gitarre und Keyboards in seinem Heimstudio. Ihr Sound gilt als Chill Out- und Trance-Vorläufer und die Platte wurde in ab Mitte der 80er Jahre gern in Diskotheken und Houseclubs aufgelegt.

Die Aufführungsrechte für Philippe Garrels Film „Le Berceau de Cristal“ im deutschsprachigen Raum liegen übrigens bei Manuel Göttsching und seiner Frau der Filmemacherin Ilona Ziok. Wer den Film aufführen möchte, kann sich gern an die beiden wenden.

2015 haben Manuel Göttsching und Lüül die Musik zu „Le Berceau de Cristal“ bei einem Konzert in den Niederlanden erstmals seit Jahrzehnten wieder live gespielt. Für März 2017 sind weitere Konzerte in Berlin und Hongkong geplant. Andere Städte sind ebenfalls im Gespräch.

Playlist soundundvison_34 – 07.11.2016

Monophona – Folsom Prison Blues (Johnny Cash)
Monophona – Every Day is Like Sunday (Morrissey)
Brigitte Handley – The Model
Brigitte Handley – The Boy From Berlin
Agnes Obel – Stretch Your Eyes
Agnes Obel – Familiar
Lambchop is a Band – NIV
Lambchop – Relatives #2
TOY – Dream Orchestrator
Toy – Spirits Don’t Lie
Agitation Free – In the Silence of the Morning Sunrise
Ash Ra Tempel – Le souire volé
Lüül – Reich Der Träume (feat. Nico)
Manuel Göttsching – Echo Waves (Excerpt)
Manuel Göttsching – E2-E4 (Excerpt)
Soundwalk Collective – Fearfully in Danger [Live]
Space – Magic Fly
Jean-Jacques Perrey – E.V.A.
Daniel Lanois & Rocco DeLuca – Deconstruction
Daniel Lanois & Rocco Deluca- Heavy Sun
Yann Tiersen (official) – Penn Ar Roc’h
Yann Tiersen – Lok Gweltz
Efterklang & Karsten Fundal – The Colour Not of Love
Efterklang & Karsten Fundal – Wind

Interview mit John Eckhardt

John Eckhardt ist ein klassisch ausgebildeter Kontrabassist, der momentan in Hamburg lebt und arbeitet. Neben seinem Engagement in vielen Ensembleprojekten und Kollaborationen zwischen Klassik, Neuer Musik und Jazz, befasst er sich in seinen Solowerken mit Dub, Noise, Ambient und Soundcsapes, aber auch mit Elementen aus Reggae, Electronica, Clubmusik und Krautrock.

Alles weitere zu seiner musikalischen Biografie und zu seinen aktuellen Stücken gibt es hier im zweiteiligen Interview, das ich bei einem Konzert am 3. Juni in der Oldenburger umbaubar mit ihm aufgenommen habe.

(Interview mit John Eckhardt – Teil 1)

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John Eckhardt / Forresta live in der umbaubar Oldenburg am 03. Juni 2016. Ein oh ton-Projekt im Rahmen von „klangpol – Netzwerk Neue Musik Nordwest“ in Zusammenarbeit mit dem Oldenburgischen Staatstheater.

(Interview mit John Eckhardt – Teil 2)

Sein aktuelles Soloalbum unter dem Projektnamen Forresta heißt „Bass, Space & Time“ und erscheint in diesem Monat als farbiges Doppel-Vinyl in moosgrüner Marmorierung, limitiert auf 100 Stück mit individuellem Coverdesign in einer speziellen LP-Box.

Mehr zu John Eckhardt gibt es auf seiner Homepage. Dort sind auch Infos zu seinem sehr empfehlenswerten Basswald-Podcast zu finden, genau so wie der Flickr-Account mit den Fotos zur Auswahl für das individuelle Albumcover.

John Eckhardt / Solo

John Eckhardt am Bass bei Eric Schaefer & The Shredz

Playlist soundundvison_33 – 31.10.2016

Leonard Cohen – You Want It Darker
Leonard Cohen – It Seemed the Better Way
Michael Esper and Original New York Cast of Lazarus Musical – Love Is Lost
David Bowie – Killing a Little Time
Okkervil River – Okkervil River R.I.P.
Okkervil River – Judey on a Street
Pat Thomas & Kwashibu Area Band – Let’s Think It Over [Pat Thomas & Marijata]
Pat Thomas – Sack The Devil [Ebo Taylor feat. Pat Thomas]
David Nesselhauf – Outer Banks
David Nesselhauf – Bosso Fataka
John Eckhardt – Solstice (Excerpt)
John Eckhardt – Subflora (Excerpt)
Veronique Vincent & Aksak Maboul – Luxurious Dub
Veronique Vincent & Aksak Maboul – Afflux Skoui by Easy & C.O.U.
Phil Kieran – Blinded By The Sun
Phil Kieran – I Can’t Help Myself
The Brian Jonestown Massacre – Lunar Surf Graveyard
The Brian Jonestown Massacre – Third World Pyramid
Against Me! – Delicate Petite & Other Things I’ll Never Be
Against Me! – Crash
pg.lost – Monolith
pg.lost – Deserter
MONO (Japan) – Ely’s Heartbeat
Mono – The Last Scene
King Crimson – Red (Live)
King Crimson – 21st Century Schizoid Man (Live)

Playlist soundundvison_32 – 14.10.2016

All diese Gewalt – Jeder Traum eine Falle
All Diese Gewalt – [Ohne Titel]
Danny Brown – Tell Me What I Don’t Know
Danny Brown – Hell for It
Kishi Bashi – Who’d You Kill
Kishi Bashi – Ode to My Next Life
C Duncan – Wanted To Want It Too
Chris Duncan – On Course
Josefin Öhrn + The Liberation – Rainbow Lollipop
Josefin Öhrn + The Liberation – The State (I’m In)
Soft Grid – Herzog On A Bus
Soft Grid – Corolla
Archive – The False Foundation
Archive – Splinters
Thom Sonny Green – Vienna
Thom Sonny Green – System
S U R V I V E – A.H.B.
SURVIVE – Cutthroat
Moby & the Void Pacific Choir – Don’t Leave Me
Moby & the Void Pacific Choir – Are You Lost In the World Like Me¿
Morgan Delt – I Don’t Wanna See What’s Happening Outside
Morgan Delt – Escape Capsule
OVAL (Official) – MY
Oval – KU
Eivør & The Danish Radio Big Band – Elskaði
Eivør & The Danish Radio Big Band – Lat Meg
Helen Money – Machine
Helen Money – Become Zero
Alcest – Untouched
Alcest – Je suis d’ailleurs

Playlist soundundvison_spezial Reeperbahn Festival 2016 – 14.10.2016

ACID ARAB – Le Disco feat. Rizan Said
Gold Panda – Time Eater
Warhaus – Against the Rich
Sven Helbig – Meernacht
Woven Hand – The Hired Hand
Douglas Dare – Oh Father
Die Heiterkeit – Schlechte Vibes im Universum
Ωracles / Oracles – Amoeba
MESSER – Der Mann Der Zweimal Lebte

Playlist soundundvison_31 – 29.09.2016

DARKHER – Hollow Veil
Darkher – Moths
SubRosa – Troubled Cells
Subrosa – Killing Rapture
Russian Circles – Vorel
Russian Circles – Mota
Mammoth Weed Wizard Bastard – Testudo
Mammoth Weed Wizard Bastard – Y Proffwyd Dwyll
If These Trees Could Talk – The Giving Tree
If These Trees Could Talk – Earth Crawler
Lost in Kiev – Insomnia
Lost In Kiev – Nuit Noire
Preoccupations – Anxiety
Preoccupations – Degraded
Moddi – Army Dreamers
Moddi – Punk Prayer
Pascal Pinon – Babies
Pascal Pinon – Forest
Cavern of Anti-Matter – Blowing My Nose Under Close Observation
Cavern of Anti-Matter – Echolalia
Alex Puddu – The Swinger Generation
Alex Puddu – XXX Action
Death Grips – 80808
Death Grips – Bubbles Buried in This Jungle
Crystal Castles – Concrete
Crystal Castles – Frail
Mike & Rich – Vodka [Mix 2] (Aphex Twin / Planet Mu (OFFICIAL))
Mike & Rich – Jelly Fish [Mix 2]
Faith No More – As The Worm Turns – 2016 Mix
Faith No More – Mark Bowen – Original Demo

7 Tipps fürs Reeperbahnfestival

In diesem Jahr bin ich zum zweiten Mal beim Reeperbahnfestival mit dabei, das am Mittwoch startet. Vier Tage lang dreht sich in den Hamburger Clubs dann alles um Indiepop von Rock und Folk über elektronische Sounds bis hin zu Avantgarde und moderner Klassik. Vielleicht das abwechslungsreichste Musikfestival, das es in Deutschland gibt. Parallel dazu ist die Reeperbahn auch wieder alljährlicher Branchentreffpunkt von Journalisten, Plattenfirmen, Tourneeveranstaltern und Musikpromotern aus dem Independentbereich. Die nachfolgenden Konzerten stehen ganz oben auf meiner persönlichen Liste fürs diesjährige Festival.

1. Acid Arab

Das französische Kollektiv Acid Arab verbindet elektronische Sounds aus Techno und Trip-Hop mit traditioneller Musik aus Nordafrika. Die neue Platte nennen sie einfach und folgerichtig auch nur „Musik aus Frankreich“. Die Mischung aus europäischem Pop und moderner Musik aus Algerien oder Marokko ist in Paris seit rund 30 Jahren ein fester Bestandteil der Club- und Popkultur. Das mit vielen Gastmusikern produzierte neue Album ist eine Offenbarung in Sachen radikaler und zeitgemäßer Popmusik. „Musique de France“ vom Acid Arab erscheint am 17. Oktober auf Crammed Disc.

Donnerstag, 22.09. 20:00h MolotowSkyBar

2. Gold Panda

Der britische Produzent Gold Panda hat mit seinem dritten Album „Good Luck And Do Your Best“ seine vielleicht schönste und vor allem zugänglichste Platte vorgelegt. Breakbeat und Dubstep in seiner leichtesten und fast schon ambienten Variante. Melodiös, tanzbar und immer mit leichtem Hang zum Ohrwurm verbindet er Housebeats und flächige Synthis mit Elementen japanischer Musik. Der Plattentitel ist eine Redensart, die er von einem Japan-Trip mitgebracht hat, genau so wie viele der Samples und Sounds, die darauf zu hören sind. Erschienen ist das Album am 27. Mai bei City Slang.

Donnerstag, 22.09. 23:15h Übel & Gefährlich

3. Warhaus

Als Teil der belgischen Indierockband Balthazar hat Sänger und Gitarrist Maarten Devoldere schon an drei sehr bemerkenswerten Platten mitgewirkt und auch schon in Deutschland umjubelte Konzerte gespielt. Unter dem Namen Warhaus lässt er jetzt seiner schon bei Balthazar durchscheinenden Vorliebe für die großen düsteren Songschreiber der sechziger und siebziger Jahre freien Lauf. Große und kleine Geschichten von Liebe, Glaube und Verrat in der musikalischen Tradition von Lee Hazlewood, Leonard Cohen oder Serge Gainsbourg. Düsterer Chanson-Pop in elegant-zeitlosem musikalischen Design. „We Fucked A Flame Into Being“ von Warhaus ist am 2. September bei PIAS erschienen.

Freitag, 23.09. 19:30h Terrace Hill
Samstag, 24.09. 17:00h Molotow Backyard

4. July Talk

Das kanadische Quintett July Talk ist eine der sympathischsten Indierock-Neuentdeckungen der letzten Jahre. Einzigartig ist hier vor allem das Duett der Stimmen von Sängerin Leah Fay und Sänger Peter Dreimanis. Er abgrundtief und kratzig, sie glockenhell und aggressiv. Damit haben sie vom ersten Ton an einen hohen Wiedererkennungswert und das Duo macht vor allem live auch viel her. Die Musik bleibt so klassisch wie Indierock nur sein kann: treibend, gitarrenlastig und immer etwas freundlich-bedrohlich in der Tradition von Garbage oder auch ihren kanadischen Landsleuten von Metric. Das aktuelle, zweite Album „Touch“ ist am 9. September bei Vertigo / Universal erschienen.

Freitag, 23.09. 22:00h Kukuun
Samstag, 24.09. 0:00h Knust

5. Sven Helbig / Johannes Motschmann

Klassisch ausgebildete Komponisten, die ihrer Liebe zu Techno, Ambient und elektronischer Musik freien Lauf lassen, sind seit einigen Jahren ungemein erfolgreich und beliebt. Nils Frahm oder Federico Albanese sind die vielleicht populärsten Beispiele dieses Crossovers. Das Plattenlabel Neue Meister hat sich ganz diesen jungen „Klassikern“ verschrieben und präsentiert im Rahmen einer Labelnacht mit Sven Helbig aus Dresden und Johannes Motschmann aus Berlin zwei der interessantesten Musiker auf diesem Gebiet. Das Johannes Motschmann Trio hat bereits im Mai mit der Platte „Electric Fields“ eine Brücke von Klavierkompositionen in der Tradition von Erik Satie zu kosmischer Musik à la Tangerine Dream oder Jean-Michel Jarre geschlagen. Sven Helbig erforschte zunächst mit seinen „Pocket Symphonies“ die Möglichkeiten große symphonische Musik in kurze Popmusikeinheiten zu bringen. Mit seinem neuen Album „I Eat The Sun And Drink The Rain“ wendet er sich der Zusammenführung von Chormusik, Ambient und elektronischer Musik zu und schafft so wahrhaft „unerhörte“ Klangwelten (09. September Neue Meister). Außerdem gibt es an dem Abend noch eine Uraufführung des Bach-Projekts von Arash Safian und Sebastian Knauer „ÜberBach“ (erscheint ebenfalls am 09. September auf Neue Meister).

Freitag, 23.09. ab 19:30 resonanzraum

6. Wovenhand

Nach dem Ende von 16 Horsepower hat sich Sänger David Eugene Edwards komplett auf sein „Nebenprojekt“ Wovenhand verlegt. Mittlerweile gibt es diese Band schon seit sechzehn Jahren und damit länger als die Vorgängergruppe des Mannes aus Denver, Colorado. Mit dem neunten Studioalbum „Star Treatment“ überrascht Edwards mit rohem und ungestümen Country-Folkrock, der musikalisch einige seiner ruhigeren und elegischeren Platten der letzten Jahre weit hinter sich lässt. Düsterer Rock zwischen New Wave, Americana und Punk, den in dieser Form wohl nur Wovenhand spielen. Das Motto der Tour ist „Give Up Your Dead!“ und live könnte das tatsächlich eine ziemlich wüste und einschneidende Erfahrung werden. „Star Treatment“ ist am 09. September auf Glitterhouse erschienen.

Samstag, 24.09. 20:40h Gruenspan

7. Rival Consoles

Der britische Produzent und DJ Ryan Lee West veröffentlicht unter dem Namen Rival Consoles seit rund 10 Jahren einzigartige und innovative Musik zwischen Ambient, Techno und Elektropop. Mit seinem im letzten Jahr erschienen Album „Howl“ hat er so etwas wie den Höhepunkt seines bisherigen Schaffens vorgelegt. Jetzt ist mit der Mini-LP „Night Melody“ ein etwas verspielterer und leichterer Nachklapp erschienen. Zeitgemäße instrumentale Popmusik, die sich zum aktiven Zuhören genau so eignet, wie zum entspannten Tanzen. Live mit Sicherheit einer der elektronischen Höhepunkte des diesjährigen Reeperbahnfestivals. „Night Melody“ ist am 05.08. auf Erased Tapes erschienen.

Samstag, 24.09. 23:45h resonanzraum

Interview mit Joanna Cassidy

Die Rolle der Replikantin Zhora mit ihrer künstlichen Schlange gehört zu der Reihe unvergesslicher Figuren, die die Welt des Blade Runner in Ridley Scotts gleichnamigen Science-Fiction-Klassiker von 1983 bevölkern. US-Schauspielerin Joanna Cassidy steht damit Harrison Ford, Sean Young, Rutger Hauer und Daryl Hannah, die ebenfalls mit diesem Film zu Ikonen des SF-Kinos wurden, in nichts nach. Der Film gehörte zur Tribute-Reihe des 22. Internationalen Filmfests Oldenburg 2015, die ihr gewidmet war.

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Joanna Cassidy bei einer Autogrammstunde beim Filmfest Oldenburg 2015.

Cassidy begann ihre Karriere beim Fernsehen, wo sie in den siebziger Jahren in Erfolgsserien wie „Kobra, übernehmen Sie“, „Starsky und Hutch“ oder „3 Engel für Charlie“ zu sehen war.

Anfang der achtziger Jahre wechselte sie zum Film und drei ihrer Arbeiten aus dieser Zeit waren beim Festival zu sehen.

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Festivalleiter Torsten Neumann und Joanna Cassidy präsentieren „Under Fire“ im Cine k.

Neben dem schon erwähnten „Blade Runner“ wurde noch Roger Spottiswoodes Politthriller „Unter Feuer“ gezeigt, in dem sie 1983 an der Seite von Gene Hackmann und Nick Nolte zu sehen war. Als dritter Film der Ehrenreihe gab es dann noch die Trickfilm/Realfilm-Komödie „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ von Robert Zemeckis mit Bob Hoskins an ihrer Seite.

(Interview with Joanna Cassidy recorded September 19, 2015 in Oldenburg, Germany)

Neben dem Tribute wurde auch ihr neuster Film im regulären Festivalprogramm gezeigt. Der Thriller „Too Late“ mit John Hawkes in der Hauptrolle wurde von Regisseur Dennis Hauck auf 35mm-Filmmaterial gedreht. Er besteht aus 5 Sequenzen in der Länge einer Filmrolle (um 20 Minuten), die alle in einer durchgehenden Einstellung ohne Schnitt gedreht und nicht-chronologisch montiert worden sind.

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In den neunziger Jahre hat Cassidy in vielen Genrefilmen gespielt. Beispielsweise in Wes Cravens „Vampire in Brooklyn“ mit Eddie Murphy (1995) oder John Carpenters „Ghosts Of Mars“, der 2001 auch hier in Oldenburg beim Festival zu sehen war.

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Joanna Cassidys Stern auf dem Oldenburger „Walk Of Fame“.

In den letzten Jahren hat sie sich aber auch wieder verstärkt dem Fernsehen zugewendet. Für ihre Rolle in der Serie „Six Feet Under“ wurde sie für den Emmy und den Screen Actors Guild Award nominiert. Zuletzt war sie unter anderem in „Bones – Die Knochenjägerin“, „Desperate Housewives“ und „Body Of Proof“ zu sehen.

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Joanna Cassidy am 19. September 2015 im Altera Hotel, Oldenburg.