Interview mit Nadja Rüdebusch (binoculers)

Ob Indie-Folk, Dark Pop, Psychedelia oder Folk Noir – die fragilen Popminiaturen von binoculers entziehen sich weitgehend einer einfachen musikalischen Kategorisierung. Seit acht Jahren entstehen so einzigartige Songs zwischen sanften Schlafliedern, verträumten Zirkusmelodien, düsteren Folkballaden und elegantem Kammerpop.

Die Sängerin und Musikerin Nadja Rüdebusch ist in Oldenburg geboren und aufgewachsen. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet sie aber schon in Hamburg. Dort hat sie 2007 das musikalische Projekt binoculers gegründet. Die ersten Aufnahmen entstanden gemeinsam mit Schlagzeuger und Multinstrumentalist Daniel Gädicke.

Als Duo haben sie 2008 die EP „My House Is My Companion And One Day I’ll Grow Together With It” veröffentlicht. Ein Jahr später folgte bereits die erste Platte „Every Seaman’s Got A Favourite Spaceship“. In den folgenden Jahren spielte Nadja weit über hundert Konzerte. Viele Auftritt absolvierte sie dabei allein mit Keyboard, Gitarre und einer Loop Station.

Die Musik von binoculers ist zwischen Minimal Folk und Dream Pop angesiedelt. Auf den ersten Aufnahmen dominierten sparsame Arrangements mit akustischen Gitarren und reduzierte Pianomelodien. Diese direkte, aber doch zurückhaltende musikalische Ansprache erinnert beispielsweise an die Musik von Nico, Leonard Cohen, Smog oder Nick Drake.

„Grandmother’s House“ (2012)

Seit 2012 wurde der Sound dann um fast schon orchestral anmutende Elemente und den Einsatz unterschiedlichster Instrumente erweitert. Die so entstandene dritte Platte „There Is Not Enough Space In The Dark“ ist erstmals auf dem neu gegründeten eigenen Plattenlabel Insular veröffentlicht worden. Produziert und abgemischt wurde sie erneut in Zusammenarbeit mit Daniel Gädicke.

Am 17. Juli erscheint jetzt die dritte Platte „Adapted To Both Shade And Sun“, die erstmals seit 2007 wieder komplett als Duo konzipiert und eingespielt worden ist. Das Gespräch mit Nadja Rüdebusch habe ich am 02. Juni 2015 im Studio von Oldenburg Eins mit ihr geführt. Zuerst habe ich sie gebeten die neuen Aufnahmen mit eigenen Worten vorzustellen.

binoculers Interview – Teil 1

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Nadja Rüdebusch in Oldenburg am 02. Juni 2015

binoculers Interview – Teil 2

„Adapted To Both Shade And Sun“ von binoculers erscheint am 17. Juli bei Insular.

Das im Interview angesprochene neue Projekt von Daniel Gädicke SONMOON ist der Nachfolger seiner mittlerweile aufgelösten Band xrfarflight. Der Sound ist hier ist deutlich rockiger und erinnert an klassischen Indierock der 90er Jahre, mit Reminiszenzen an die britische Popmusik und Psychedelia der 60er. Die ersten Songs sind mittlerweile auch auf soundcloud zu hören.

binoculers Homepage

Plattenlabel Insular

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„Where The Water Is Black“ (2015)

Video directed by Marcus Richardt, shot by David Rankenhohn, script animations by Karoline Siebert, edited by Eike Swoboda.

A Track of SONMOON’s debut album, to be released autumn 2015 on insularmusic.

Interview mit Philippe Mora

Der australische Regisseur Philippe Mora war im September letzten Jahres der Ehrengast des 21. Internationalen Filmfest Oldenburg. Der Sohn deutsch-jüdischer Eltern wurde 1949 in Paris geboren. Sein Vater war in Frankreich Mitglied der Resistance. Später wanderte die Familie nach Australien aus. Der junge Philippe Mora lebte in den sechziger Jahren als Künstler in London und drehte später Filme in den USA und Australien.

Bei der Oldenburger Retrospektive wurden acht seiner Filme gezeigt, die zwischen 1973 und 2014 entstanden sind. Dazu gehören Arbeiten, die sich mit der deutschen Vergangenheit befassen, wie sein erster Film „Swastika“ (1973) und die Dokumentation „German Sons“ (2011). Letztere entstand in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Musiker Harald Grosskopf (Ash Ra Temple, Wallenstein).

Das Gespräch mit Philippe Mora habe ich am 11.September 2014  im cine k in der Oldenburger Kulturetage mit ihm geführt.

(Interview with Philippe Mora recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Auch einige seiner Genrefilme wie „The Return Of Captain Invincible“ (1983), „The Beast Within (Engelsgesicht – Drei Nächte des Grauens)“ (1982), „Mad Dog Morgan“(1976) und „Communion (Die Besucher)“ (1989) waren in Oldenburg zu sehen. Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um diesen Teil seiner Filmografie und die Zusammenarbeit mit Dennis Hopper, Eric Clapton und Christopher Lee.

(Interview with Philippe Mora recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 2)

Aktuell arbeitet Philippe Mora an einer weiteren Dokumentation über die NS-Zeit. Der Arbeitstitel des neuen Projekts ist „Three Day In Auschwitz“.

„German Sons“ bei Facebook
Philippe Mora bei Facebook
Retrospektive des Internationalen Filmfest Oldenburg

Mora Großkopf Filmfest

Festivalleiter Torsten Neumann, Harald Grosskopf, Philippe Mora und seine Frau Pamela bei der Eröffnung des 21. Internationalen Filmfest Oldenbur 2014.

Swastika (1973)

Christopher Lee sings „Name Your Poison“ from „The Return Of Captain Invincible“ (1983)

Abspann von „Das Tier 2 – Howling II“ 1985

Interview mit Fish

Den schottischen Sänger Fish hatte ich bereits bei seinen Konzerten 2008 und 2009 im Oldenburgischen Staatstheater getroffen. In den Jahren danach hatte er nach einer schwierigen Scheidung und mehreren Operationen wegen gravierender Stimmprobleme nur wenige Konzerte gegeben. Zuletzt war er in kleiner Besetzung mit einer Akustikshow unterwegs.

2013 erschien sein neues Studioalbum „A Feast Of Consequences“. Die Platte ist in weiten Teilen ein Konzeptalbum zum Ausbruch des ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Der fünfteilige Song-Zyklus „High Wood Suite“ befasst sich mit der verlustreichen Schlacht an der Somme in Frankreich 1916.

Das Interview mit Fisch habe ich am 23. Oktober 2014 vor seinem Konzert im Pumpwerk Wilhelmshaven mit ihm geführt.

(Interview with Fish recorded October 24, 2014 in Wilhelmshaven, Germany)

Inspiriert wurde der Sänger durch seine eigene Familiengeschichte, denn beide Großväter haben damals in Frankreich gekämpft. Seine heutige Lebensgefährtin kommt dagegen aus Karlsruhe, einer Stadt im ehemaligen Feindesland.

Produziert wurde „A Feast Of Consequences“ erneut von Calum Malcolm (The Blue Nile / Prefab Sprout). Mit Sängerin Elisabeth Troy Antwi und Gitarrist Robin Boult waren ebenfalls wieder alte Bekannte mit im Studio.

Beim Konzert am Abend wurde die Platte dann auch fast komplett gespielt, wobei die fünf High Wood-Stücke den Schwerpunkt der Show bildeten.

In dem Gespräch ging es auch um die Zukunftspläne des ehemaligen Marillion-Sängers. Im Sommer diesen Jahres will er zum 30-jährigen Jubiläum die komplette „Misplaced Childhood“ bei einigen Open-Airs spielen. Außerdem werden seine Soloplatten mit zusätzlichem Material wiederveröffentlicht. Danach sollen dann die Aufnahmen zur neuen Studioplatte mit dem schönen Titel „Weltschmerz“ beginnen.

2016/2017 folgt dann eine große Abschiedstournee, nach deren Ende er sich in Karlruhe niederlassen möchte, um sich vermehrt dem Schreiben zu widmen. Geplant sind Drehbücher für Filmprojekte, aber auch mögliche Auftritte mit Lesungen oder Spoken-Word-Shows sind angedacht.

Windswept Thumb

Windswept Tumb – Heart Of Lothian in Wilhelmshaven 2014.

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Interview mit Justin Sullivan (New Model Army)

Die britische Rockband New Model Army veröffentlichte 1984 ihre erste Platte „Vengeance“. 30 Jahre später im Herbst 2014 war  Sänger und Bandgründer Justin Sullivan wieder mit seiner Band in Deutschland auf Tour.

Der Schwerpunkt der Konzerte lag auf den beiden letzten Alben “Between Dog And Wolf” (2013) und „Between Wine And Blood”. Letztere ist im September des vergangenen Jahres herausgekommen und beinhaltet neben 6 neuen Studiotracks auch 11 Liveversionen von Songs der Vorgängerplatte. Beide Platten wurden gemeinsam mit dem amerikanische Produzenten Joe Barresi aufgenommen, der auch schon für Bands wie Tool oder Queens Of The Stone Age an den Reglern saß.

Das Interview mit Justin Sullivan habe ich am 18. Oktober 2014 vor dem Auftritt der Band im Bremer Aladin mit ihm geführt.

(Interview with Justin Sullivan (New Model Army) recorded October 18, 2014 in Bremen, Germany)

Viele der Konzerte waren schon im Vorfeld ausverkauft. Neu in der sich immer wieder verändernden Bandbesetzung war diesmal Bassist Ceri Monger, der auf der Bühne auch einige zusätzliche Schlagzeugparts übernahm.

Für dieses Jahr hat die Band bereits einige Festivalauftritte angekündigt, unter anderem beim Ruhrpott Rodeo, dem Burg Herzberg Festival und in Wacken (!).

Mit bei dem Gespräch dabei war übrigens Oliver Schwarze von der Radiosendung Hard- Heart Beat. Gemeinsam mit ihm habe ich Justin Sullivan auch schon vorher getroffen und zwar bei den Konzerten im Bremer Modernes 2005 und ebenfalls im Aladin  2009.

Green and grey

Green and Grey im Bremer Aladin 2014.

Offizielle NMA-Homepage
Snelsmore Wood – Deutsche New Model Army Fanseite
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Trailer zu dem neuen Dokumentarfilm „Between Dog And Wolf: The New Model Army Story”, der letztes Jahr erstmals bei einigen britischen Filmfestivals gezeigt wurde. Der Film von Regisseur Matt Reid soll bald auch auf DVD erscheinen.

Interview mit Harald Grosskopf

Harald Grosskopf hat als Schlagzeuger der Bands Wallenstein und Ash Ra Tempel die Ära des so genannten „Krautrock“ entscheidend mitgeprägt. Darüber hinaus war er als Musiker an vielen Plattenproduktionen bei so unterschiedlichen Künstlern wie Klaus Schulze und Joachim Witt beteiligt. Im August 2014 wurden seine ersten beiden Soloplatten „Synthesist“ (1980) und „Oceanheart“ (1986) vom Hamburger Plattenlabel Bureau B wieder veröffentlicht.

Auf Einladung des Internationalen Filmfests war Grosskopf im September 2014 in Oldenburg zu Gast. Hier hat er gemeinsam mit dem australischen Regisseur Philippe Mora den Dokumentarfilm „German Sons“ als Deutschlandpremiere vorgestellt.

Am 13. September 2014 habe ich ihn zu einem Interview in der Oldenburger Kulturetage getroffen.

Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um die Arbeit an seinen beiden Soloplatten „Synthesist“ und „Oceanheart“.

Der letzte Teil des Gesprächs beleuchtet noch einmal genau die Zusammenarbeit mit Regisseur Philippe Mora. In „German Sons“ setzen sie sich mit der schwierigen Geschichte ihrer Väter auseinander, die während des zweiten Weltkriegs auf unterschiedlichen Seiten kämpften.

Harald Grosskopf bei Facebook
Facebookseite zu „German Sons“
Labelseite Bureau B
„German Sons“ beim 21. Internationalen Filmfest Oldenburg

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Harald Grosskopf und Philippe Mora auf dem Balkon der Oldenburger Kulturetage am 13. September 2014.

Interview mit Jan Krüger und Marcus Machura zu „Jack“

Der Film „Jack“ von Edward Berger war der offizielle Abschlussfilm des 21. Internationalen Filmfest Oldenburg. Produzent Jan Krüger (PORT AU PRINCE Film & Kultur Produktion) und Verleiher Marcus Machura (Camino Filmverleih) haben den Film in Oldenburg präsentiert. Am 13. September 2014 habe ich beide zu einem Interview in der Oldenburger Kulturetage getroffen.

Im ersten Teil des Gesprächs geht es um ihre Arbeit als Produzent und Verleiher, sowie um die Entstehungsgeschichte von „Jack“.

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Musik und darum, einen Film wie „Jack“ für ein jüngeres Publikum zu präsentieren. Und natürlich haben wir auch über die Präsentation des Films im Oldenburgischen Staatstheater gesprochen, denn beide kommen ja ursprünglich aus der Region.

Homepage zu Jack
PORT AU PRINCE Film & Kultur Produktion
Camino Filmverleih
Internationales Filmfest Oldenburg

Interview mit Digger Barnes

Der Hamburger Sänger und Musiker Digger Barnes war am 9. Oktober 2014 zu Gast in der Oldenburger Umbaubar. Gemeinsam mit dem Bassisten Johnny Latebloom, der ursprünglich als Fan zur Musik von Digger Barnes gekommen ist, hat er dort die Songs seiner neuen Platte “ Frame By Frame“ vorgestellt. Vor der Show habe ich mit beiden Musikern gesprochen.

Ende November ist Digger Barnes gemeinsam mit seinem Labelpartner Pencil Quincy in Bremen zu sehen. Da gibt es dann erstmals die neue Show „Diamond Motel“. Digger Barnes erzählt, was die Idee dahinter ist.

Das nächste Konzert mit der Diamond Road Show und dem Autor, DJ und Johnny Cash-Biografen Franz Dobler als Gast ist am 28. und 29. November in der Schwankhalle Bremen.

Frame By Frame ist am 14. November 2014 erschienen.
Label: Barnes & Quincy
Vertrieb: Hometown Caravan
Infos und Musik gibt es auf der Seite von Digger Barnes

Musikvideo zu „Long Way“ vom zweiten Album „Every Story True“ (2012). Regie: Pencil Quincy.