Interview mit George Armitage

Wenn US-Regisseur Quentin Tarantino einen neuen Film fertig hat, dann zeigt er ihn zuerst der „Grindhouse Gang“. Dahinter verbirgt sich eine lose Gruppe von US-Regisseuren und Tarantino-Vorbildern, die mit ihren oft unabhängig und günstig produzierten Filmen die Autokinos und B-Movie-Spielstätten der späten sechziger bis frühen achtziger Jahre beliefert haben. Dazu gehört neben Lewis Teague („Der Horror-Alligator“ 1980) und Allan Arkush („Rock’n’Roll Highschool“ 1979) auch der 1942 zur Welt gekommene George Armitage.

George Armitage - Filmfest Oldenburg 2015

Festivalchef Torsten Neumann und George Armitage präsentieren „Hot Rod“ im cine k.

2015 widmete ihm das 22. Internationale Filmfest Oldenburg seine Retrospektive mit sechs Filmen im Festivalprogramm. Am 19. September habe ich ihn im Oldenburger Altera Hotel zum Interview getroffen.

(Interview with George Armitage recorded September 19, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Der für das amerikanische Fernsehen produzierte Film „Hot Rod“ (1978) war in Oldenburg als deutsche Premiere zu sehen. Die Hauptrolle in diesem Rennfahrerfilm spielt Gregg Henry, der später mit „Der Tod kommt zweimal“ (1984) von Brian de Palma oder „Payback – Zahltag“ (1999) von Brian Helgeland bekannt wurde. „Vigilante Force – Das Gesetz sind wir“ (1976) mit Country-Sänger Kris Kristofferson und den späteren TV-Stars Jan-Michael Vincent („Airwolf“) und Victoria Principal („Dallas“) ist ein actionreiches Spektakel, das aber mit den Themen Selbstjustiz und Bürgerwehr auch eine politische Sprengkraft besitzt. Zu den großen kommerziellen Erfolgen von George Armitage gehören die Spätwerke „Miami Blues“ (1990), ein Neo-Noir mit Jennifer Jason Leigh und Alec Baldwin, sowie „Grosse Pointe Blank (Ein Mann Ein Mord)“ (1997), eine Killerkomödie mit John Cusack und Dan Akroyd.

(Interview with George Armitage recorded September 19, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 2)

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Angefangen hat Armitage wie viele andere unabhängige US-Filmemacher seiner Generation, als Schüler von Roger Corman. Seinen Einstieg als Drehbuchautor und Schauspieler gab er in dessen „G.A.S.S. oder Es war notwendig, die Welt zu vernichten, um sie zu retten“ (1970), der erst zehn Jahre später in die deutschen Kinos kam. Beim Blaxploitation-Klassiker „Hit Man“ (1972) arbeitet er mit Bernie Casey und Pam Grier zusammen. Sein bislang letzter Spielfilm ist die schwarze Komödie „The Big Bounce“ (2002) mit Owen Wilson und Morgan Freeman, die auf einem Buch von Elmore Leonard basiert. Nach einem Streit mit den Produzenten verließ Armitage den Film noch vor der Fertigstellung. Seine eigene Schnittfassung ist bis heute nicht veröffentlicht worden.

George Armitage - Filmfest Oldenburg 2015_2

Dem eingangs erwähnten Quentin Tarantino steht Armitage aber nicht nur als Berater zur Seite, denn auch in der Besetzung seiner Hauptrollen ist er ein großes Vorbild. So spielte Pam Grier 1997 die Titelrolle in Tarantinos „Jackie Brown“ und in seinem aktuellen Spätwestern „The Hateful Eight“ spielt Jennifer Jason Leigh die weibliche Hauptrolle, für die sie auch prompt mit ihrer ersten Oscarnominierung  belohnt wurde.

 

 

 

Interview mit Richard Stanley

Der in Südafrika geborene Regisseur Richard Stanley begann Mitte der achtziger Jahre in London Filme zu drehen. Seine ersten beiden Spielfilme „Hardware (1990) (deutscher Titel: „M.A.R.K. 13 – Hardware“)  und „Dust Devil“ (1992) (unter anderem mit Marianne Sägebrecht) kamen bei Fans und Kritikern gut an und gelten heute als moderne Klassiker des Science-Fiction- und Horrorfilms.

Nach diesen ersten Erfolgen wurde auch Hollywood aufmerksam und er bekam das Angebot einen seiner Lieblingsromane neu zu verfilmen: „Die Insel des Doktor Moreau“ von H.G. Wells (1896). Bereits kurz nach Beginn der Dreharbeiten wurde Stanley von den Produzenten des Films entlassen und der Film wurde vom Hollywoodveteranen John Frankenheimer mit Marlon Brando und Val Kilmer in den Hauptrollen fertig gestellt. Das Ergebnis hieß in Deutschland „DNA – Experiment des Wahnsinns“ (1996) und gilt als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten.

Der Dokumentarfilm “Lost Soul: The Doomed Journey of Richard Stanley’s Island of Dr. Moreau” des amerikanischen Regisseurs David Gregory erzählt jetzt erstmals Stanleys Version dieser Ereignisse. Im September 2014 wurde der Film beim Internationalen Filmfest Oldenburg gezeigt. Es war erst die zweite Aufführung des Films nach der Weltpremiere in London wenige Wochen zuvor.

Das Gespräch mit Richard Stanley habe ich am 11.September 2014  im cine k in der Oldenburger Kulturetage mit ihm geführt.

(Interview with Richard Stanley recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Richard Stanley Q+A
Buddy Giovinazzo, Douglas Buck, Richard Stanley, David Gregory und Marco Hofschneider nach der deutschen Premiere von „Lost Soul“ beim 21. Internationalen Filmfest Oldenburg 2014.

Der Regisseur des Films David Gregory ist neben seinen Arbeiten als Filmemacher vor allem als Mitgründer des auf Horrorklassiker spezialisierten DVD-Labels Severin Films bekannt. Den Schnitt übernahm der US-Regisseur Douglas Buck, der selbst oft schon zu Gast in Oldenburg war („Sisters“, „Family Portraits“). Zu Wort kommen auch der britische Grafiker Graham Humphreys, der die Storyboards entworfen hatte, sowie der deutsche Schauspieler Marco Hofschneider.

Richard Stanley begann nach “Dr. Moreau” wieder damit auf eigene Faust Filme zu drehen, zunächst vor allem dokumentarische Werke. Zwei davon wurden 2001 beim Internationalem Filmfest Oldenburg gezeigt, wo es erstmals überhaupt eine Reihe mit seinem Gesamtwerk gab: Die Weltpremiere von „The Secret Glory“ (2001) über den SS-Offizier Otto Rahn, der für die Nazis den Heiligen Gral suchen sollte, sowie „Voice Of The Moon“ (1990) über eine Reise mit seinem deutschen Kameramann Immo Horn nach Afghanistan, kurz nach dem Abzug der russischen Armee.

Ein Jahr später gab es ebenfalls in Oldenburg die Weltpremiere des Films „White Darkness“ (2002) über Voodoo und Kolonialzeit auf Haiti. Schließlich lief 2011 auch der Episodenhorrorfilm „The Theatre Bizarre“ auf dem Festival, an dem neben Richard Stanley auch die Regisseure Buddy Giovinazzo, Karim Hussain, David Gregory, Douglas Buck, Tom Savini und Jeremy Kasten beteiligt waren.

Im zweiten Teil des Gesprächs mit Richard Stanley geht es um seine aktuellen Arbeiten und auch um die Frage, warum es seinen „Dust Devil“ noch nicht auf Blu-ray gibt.

(Interview with Richard Stanley recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 2)

Richard Stanley Filmfesteröffnung

Marco Hofschneider, Festivalchef  Torsten Neumann, Douglas Buck und Richard Stanley bei der Eröffnung des 21. Internationalen Filmfests Oldenburg am 10. September 2014.

Für die neue Kurzfilmsammlung „The Profane Exhibit“ (2013) hat Richard Stanley wieder mit Kamermann Immo Horn zusammengearbeitet und in Afrika den Film “Coltan” gedreht. Außerdem hat er letztes Jahr in seiner neuen Wahlheimat Frankreich die Dokumentation “The Otherworld” fertig gestellt. Die Kameraarbeit hat dabei Regisseur Karim Hussain („Subconscious Cruelty“) übernommen. Die Musik stammt erneut von seinem langjährigen Komponisten, dem britischen Musiker Simon Boswell.

Momentan ist Richard Stanley sehr erfolgreich auf verschiedenen amerikanischen Filmfestivals unterwegs, bei denen neben „Lost Soul“ und „The Otherworld“ auch „Dust Devil“ und „Hardware“ wieder auf der Leinwand zu sehen sind. Und schließlich hat er noch das Drehbuch zu der Verfilmung von J.G. Ballards Roman „High Rise“ geschrieben. Der Film des britischen Regisseurs Ben Wheatley („Kill List“, „A Field In England“) soll noch dieses Jahr in die Kinos kommen.

Richard Stanleys Homepage
Richard Stanley bei Facebook
„Lost Soul“ beim Internationalen Filmfest Oldenburg

Filmkomponist Simon Boswell ist aktuell auf Tour und spielt dabei auch Musik, die er für Richard Stanley komponiert hat.

 

Interview mit Philippe Mora

Der australische Regisseur Philippe Mora war im September letzten Jahres der Ehrengast des 21. Internationalen Filmfest Oldenburg. Der Sohn deutsch-jüdischer Eltern wurde 1949 in Paris geboren. Sein Vater war in Frankreich Mitglied der Resistance. Später wanderte die Familie nach Australien aus. Der junge Philippe Mora lebte in den sechziger Jahren als Künstler in London und drehte später Filme in den USA und Australien.

Bei der Oldenburger Retrospektive wurden acht seiner Filme gezeigt, die zwischen 1973 und 2014 entstanden sind. Dazu gehören Arbeiten, die sich mit der deutschen Vergangenheit befassen, wie sein erster Film „Swastika“ (1973) und die Dokumentation „German Sons“ (2011). Letztere entstand in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Musiker Harald Grosskopf (Ash Ra Temple, Wallenstein).

Das Gespräch mit Philippe Mora habe ich am 11.September 2014  im cine k in der Oldenburger Kulturetage mit ihm geführt.

(Interview with Philippe Mora recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Auch einige seiner Genrefilme wie „The Return Of Captain Invincible“ (1983), „The Beast Within (Engelsgesicht – Drei Nächte des Grauens)“ (1982), „Mad Dog Morgan“(1976) und „Communion (Die Besucher)“ (1989) waren in Oldenburg zu sehen. Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um diesen Teil seiner Filmografie und die Zusammenarbeit mit Dennis Hopper, Eric Clapton und Christopher Lee.

(Interview with Philippe Mora recorded September 11, 2014 in Oldenburg, Germany – Part 2)

Aktuell arbeitet Philippe Mora an einer weiteren Dokumentation über die NS-Zeit. Der Arbeitstitel des neuen Projekts ist „Three Day In Auschwitz“.

„German Sons“ bei Facebook
Philippe Mora bei Facebook
Retrospektive des Internationalen Filmfest Oldenburg

Mora Großkopf Filmfest

Festivalleiter Torsten Neumann, Harald Grosskopf, Philippe Mora und seine Frau Pamela bei der Eröffnung des 21. Internationalen Filmfest Oldenbur 2014.

Swastika (1973)

Christopher Lee sings „Name Your Poison“ from „The Return Of Captain Invincible“ (1983)

Abspann von „Das Tier 2 – Howling II“ 1985

Interview mit Harald Grosskopf

Harald Grosskopf hat als Schlagzeuger der Bands Wallenstein und Ash Ra Tempel die Ära des so genannten „Krautrock“ entscheidend mitgeprägt. Darüber hinaus war er als Musiker an vielen Plattenproduktionen bei so unterschiedlichen Künstlern wie Klaus Schulze und Joachim Witt beteiligt. Im August 2014 wurden seine ersten beiden Soloplatten „Synthesist“ (1980) und „Oceanheart“ (1986) vom Hamburger Plattenlabel Bureau B wieder veröffentlicht.

Auf Einladung des Internationalen Filmfests war Grosskopf im September 2014 in Oldenburg zu Gast. Hier hat er gemeinsam mit dem australischen Regisseur Philippe Mora den Dokumentarfilm „German Sons“ als Deutschlandpremiere vorgestellt.

Am 13. September 2014 habe ich ihn zu einem Interview in der Oldenburger Kulturetage getroffen.

Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um die Arbeit an seinen beiden Soloplatten „Synthesist“ und „Oceanheart“.

Der letzte Teil des Gesprächs beleuchtet noch einmal genau die Zusammenarbeit mit Regisseur Philippe Mora. In „German Sons“ setzen sie sich mit der schwierigen Geschichte ihrer Väter auseinander, die während des zweiten Weltkriegs auf unterschiedlichen Seiten kämpften.

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Facebookseite zu „German Sons“
Labelseite Bureau B
„German Sons“ beim 21. Internationalen Filmfest Oldenburg

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Harald Grosskopf und Philippe Mora auf dem Balkon der Oldenburger Kulturetage am 13. September 2014.

Interview mit Jan Krüger und Marcus Machura zu „Jack“

Der Film „Jack“ von Edward Berger war der offizielle Abschlussfilm des 21. Internationalen Filmfest Oldenburg. Produzent Jan Krüger (PORT AU PRINCE Film & Kultur Produktion) und Verleiher Marcus Machura (Camino Filmverleih) haben den Film in Oldenburg präsentiert. Am 13. September 2014 habe ich beide zu einem Interview in der Oldenburger Kulturetage getroffen.

Im ersten Teil des Gesprächs geht es um ihre Arbeit als Produzent und Verleiher, sowie um die Entstehungsgeschichte von „Jack“.

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Musik und darum, einen Film wie „Jack“ für ein jüngeres Publikum zu präsentieren. Und natürlich haben wir auch über die Präsentation des Films im Oldenburgischen Staatstheater gesprochen, denn beide kommen ja ursprünglich aus der Region.

Homepage zu Jack
PORT AU PRINCE Film & Kultur Produktion
Camino Filmverleih
Internationales Filmfest Oldenburg