Interview mit Joanna Cassidy

Die Rolle der Replikantin Zhora mit ihrer künstlichen Schlange gehört zu der Reihe unvergesslicher Figuren, die die Welt des Blade Runner in Ridley Scotts gleichnamigen Science-Fiction-Klassiker von 1983 bevölkern. US-Schauspielerin Joanna Cassidy steht damit Harrison Ford, Sean Young, Rutger Hauer und Daryl Hannah, die ebenfalls mit diesem Film zu Ikonen des SF-Kinos wurden, in nichts nach. Der Film gehörte zur Tribute-Reihe des 22. Internationalen Filmfests Oldenburg 2015, die ihr gewidmet war.

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Joanna Cassidy bei einer Autogrammstunde beim Filmfest Oldenburg 2015.

Cassidy begann ihre Karriere beim Fernsehen, wo sie in den siebziger Jahren in Erfolgsserien wie „Kobra, übernehmen Sie“, „Starsky und Hutch“ oder „3 Engel für Charlie“ zu sehen war.

Anfang der achtziger Jahre wechselte sie zum Film und drei ihrer Arbeiten aus dieser Zeit waren beim Festival zu sehen.

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Festivalleiter Torsten Neumann und Joanna Cassidy präsentieren „Under Fire“ im Cine k.

Neben dem schon erwähnten „Blade Runner“ wurde noch Roger Spottiswoodes Politthriller „Unter Feuer“ gezeigt, in dem sie 1983 an der Seite von Gene Hackmann und Nick Nolte zu sehen war. Als dritter Film der Ehrenreihe gab es dann noch die Trickfilm/Realfilm-Komödie „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ von Robert Zemeckis mit Bob Hoskins an ihrer Seite.

(Interview with Joanna Cassidy recorded September 19, 2015 in Oldenburg, Germany)

Neben dem Tribute wurde auch ihr neuster Film im regulären Festivalprogramm gezeigt. Der Thriller „Too Late“ mit John Hawkes in der Hauptrolle wurde von Regisseur Dennis Hauck auf 35mm-Filmmaterial gedreht. Er besteht aus 5 Sequenzen in der Länge einer Filmrolle (um 20 Minuten), die alle in einer durchgehenden Einstellung ohne Schnitt gedreht und nicht-chronologisch montiert worden sind.

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In den neunziger Jahre hat Cassidy in vielen Genrefilmen gespielt. Beispielsweise in Wes Cravens „Vampire in Brooklyn“ mit Eddie Murphy (1995) oder John Carpenters „Ghosts Of Mars“, der 2001 auch hier in Oldenburg beim Festival zu sehen war.

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Joanna Cassidys Stern auf dem Oldenburger „Walk Of Fame“.

In den letzten Jahren hat sie sich aber auch wieder verstärkt dem Fernsehen zugewendet. Für ihre Rolle in der Serie „Six Feet Under“ wurde sie für den Emmy und den Screen Actors Guild Award nominiert. Zuletzt war sie unter anderem in „Bones – Die Knochenjägerin“, „Desperate Housewives“ und „Body Of Proof“ zu sehen.

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Joanna Cassidy am 19. September 2015 im Altera Hotel, Oldenburg.

Interview mit George Armitage

Wenn US-Regisseur Quentin Tarantino einen neuen Film fertig hat, dann zeigt er ihn zuerst der „Grindhouse Gang“. Dahinter verbirgt sich eine lose Gruppe von US-Regisseuren und Tarantino-Vorbildern, die mit ihren oft unabhängig und günstig produzierten Filmen die Autokinos und B-Movie-Spielstätten der späten sechziger bis frühen achtziger Jahre beliefert haben. Dazu gehört neben Lewis Teague („Der Horror-Alligator“ 1980) und Allan Arkush („Rock’n’Roll Highschool“ 1979) auch der 1942 zur Welt gekommene George Armitage.

George Armitage - Filmfest Oldenburg 2015

Festivalchef Torsten Neumann und George Armitage präsentieren „Hot Rod“ im cine k.

2015 widmete ihm das 22. Internationale Filmfest Oldenburg seine Retrospektive mit sechs Filmen im Festivalprogramm. Am 19. September habe ich ihn im Oldenburger Altera Hotel zum Interview getroffen.

(Interview with George Armitage recorded September 19, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 1)

Der für das amerikanische Fernsehen produzierte Film „Hot Rod“ (1978) war in Oldenburg als deutsche Premiere zu sehen. Die Hauptrolle in diesem Rennfahrerfilm spielt Gregg Henry, der später mit „Der Tod kommt zweimal“ (1984) von Brian de Palma oder „Payback – Zahltag“ (1999) von Brian Helgeland bekannt wurde. „Vigilante Force – Das Gesetz sind wir“ (1976) mit Country-Sänger Kris Kristofferson und den späteren TV-Stars Jan-Michael Vincent („Airwolf“) und Victoria Principal („Dallas“) ist ein actionreiches Spektakel, das aber mit den Themen Selbstjustiz und Bürgerwehr auch eine politische Sprengkraft besitzt. Zu den großen kommerziellen Erfolgen von George Armitage gehören die Spätwerke „Miami Blues“ (1990), ein Neo-Noir mit Jennifer Jason Leigh und Alec Baldwin, sowie „Grosse Pointe Blank (Ein Mann Ein Mord)“ (1997), eine Killerkomödie mit John Cusack und Dan Akroyd.

(Interview with George Armitage recorded September 19, 2015 in Oldenburg, Germany – Part 2)

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Angefangen hat Armitage wie viele andere unabhängige US-Filmemacher seiner Generation, als Schüler von Roger Corman. Seinen Einstieg als Drehbuchautor und Schauspieler gab er in dessen „G.A.S.S. oder Es war notwendig, die Welt zu vernichten, um sie zu retten“ (1970), der erst zehn Jahre später in die deutschen Kinos kam. Beim Blaxploitation-Klassiker „Hit Man“ (1972) arbeitet er mit Bernie Casey und Pam Grier zusammen. Sein bislang letzter Spielfilm ist die schwarze Komödie „The Big Bounce“ (2002) mit Owen Wilson und Morgan Freeman, die auf einem Buch von Elmore Leonard basiert. Nach einem Streit mit den Produzenten verließ Armitage den Film noch vor der Fertigstellung. Seine eigene Schnittfassung ist bis heute nicht veröffentlicht worden.

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Dem eingangs erwähnten Quentin Tarantino steht Armitage aber nicht nur als Berater zur Seite, denn auch in der Besetzung seiner Hauptrollen ist er ein großes Vorbild. So spielte Pam Grier 1997 die Titelrolle in Tarantinos „Jackie Brown“ und in seinem aktuellen Spätwestern „The Hateful Eight“ spielt Jennifer Jason Leigh die weibliche Hauptrolle, für die sie auch prompt mit ihrer ersten Oscarnominierung  belohnt wurde.

 

 

 

Interview mit Harald Grosskopf

Harald Grosskopf hat als Schlagzeuger der Bands Wallenstein und Ash Ra Tempel die Ära des so genannten „Krautrock“ entscheidend mitgeprägt. Darüber hinaus war er als Musiker an vielen Plattenproduktionen bei so unterschiedlichen Künstlern wie Klaus Schulze und Joachim Witt beteiligt. Im August 2014 wurden seine ersten beiden Soloplatten „Synthesist“ (1980) und „Oceanheart“ (1986) vom Hamburger Plattenlabel Bureau B wieder veröffentlicht.

Auf Einladung des Internationalen Filmfests war Grosskopf im September 2014 in Oldenburg zu Gast. Hier hat er gemeinsam mit dem australischen Regisseur Philippe Mora den Dokumentarfilm „German Sons“ als Deutschlandpremiere vorgestellt.

Am 13. September 2014 habe ich ihn zu einem Interview in der Oldenburger Kulturetage getroffen.

Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um die Arbeit an seinen beiden Soloplatten „Synthesist“ und „Oceanheart“.

Der letzte Teil des Gesprächs beleuchtet noch einmal genau die Zusammenarbeit mit Regisseur Philippe Mora. In „German Sons“ setzen sie sich mit der schwierigen Geschichte ihrer Väter auseinander, die während des zweiten Weltkriegs auf unterschiedlichen Seiten kämpften.

Harald Grosskopf bei Facebook
Facebookseite zu „German Sons“
Labelseite Bureau B
„German Sons“ beim 21. Internationalen Filmfest Oldenburg

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Harald Grosskopf und Philippe Mora auf dem Balkon der Oldenburger Kulturetage am 13. September 2014.

Interview mit Jan Krüger und Marcus Machura zu „Jack“

Der Film „Jack“ von Edward Berger war der offizielle Abschlussfilm des 21. Internationalen Filmfest Oldenburg. Produzent Jan Krüger (PORT AU PRINCE Film & Kultur Produktion) und Verleiher Marcus Machura (Camino Filmverleih) haben den Film in Oldenburg präsentiert. Am 13. September 2014 habe ich beide zu einem Interview in der Oldenburger Kulturetage getroffen.

Im ersten Teil des Gesprächs geht es um ihre Arbeit als Produzent und Verleiher, sowie um die Entstehungsgeschichte von „Jack“.

Im zweiten Teil des Interviews geht es um die Musik und darum, einen Film wie „Jack“ für ein jüngeres Publikum zu präsentieren. Und natürlich haben wir auch über die Präsentation des Films im Oldenburgischen Staatstheater gesprochen, denn beide kommen ja ursprünglich aus der Region.

Homepage zu Jack
PORT AU PRINCE Film & Kultur Produktion
Camino Filmverleih
Internationales Filmfest Oldenburg